Geschichten vom Zwillingsmuttersein: Der Wäscheberg

Jun 18, 2018 von


Als Mutter hat man immer was zu tun, so dass das Ausruhen eigentlich immer zu kurz kommt. (Für alle Eltern kurzes Update: Ausruhen ist dass, was man vor den Kindern auch Freizeit nannte!). Dieses Wochenende wollte ich auch mal ein ‚richtiges‘ Wochenende haben. Ohne Haushalt, ohne Arbeiten. Auch mein liebster Ehemann hat sich Zeit genommen und es wird einmal nicht am Wochenende gearbeitet. Weder für die Firma, noch im Garten noch im Haushalt.

Der Plan für mein ‚richtiges‘ Wochenende

Zuerst einmal muss man planen, dass man das ganze Wochenende nicht zuhause ist. Denn ist man zuhause, verfällt man automatisch in den ‚Herumräum-Modus‘. Kaum liegt irgendwo was, sieht man die Schmutzwäsche oder das dreckige Geschirr wird weggeräumt. Somit habe ich sowohl Samstag als auch Sonntag von Früh bis Spät verplant. Einmal einen Ausflug ins Wechselgebirge, Abends auf ein Fest bei uns in der Nähe, Sonntag Mark’s Tennisturnier und danach das Römerfest in Carnuntum. Abends sogar noch eine Familienfeier. Kurzer Check, keine freie Zeit zuhause und ich muss auch nicht kochen. Dadurch sollte ja auch nicht viel Dreck und Geschirr anfallen.

Das richtige Wochenende beginnt

Gemütliches Aufstehen und Frühstücken. Endlich. Beim Frühstück fällt ja kaum Geschirr an. Aber die Kinder patzen ein wenig beim Frühstücken – „Nur die Ruhe, ich mache das jetzt nicht gleich sauber, das kann auch einmal warten“, summe ich wie ein Mantra immer vor mich hin. Dann wird schnell der Rucksack gepackt alle ziehen sich fertig an und wir fahren los. Ein herrlicher Samstag mit der Familie wird verbracht. Abends kommen wir retour. Kurz umgezogen und es geht zum nächsten Event. Soweit so gut. Sonntag früh werde ich schon unrund. In der Küche steht doch einiges an Geschirr. Wo kommt das her? Mein Sohn ruft aus seinem Zimmer: „Mama warum hab ich nur mehr 2 Unterhosen im Kasten?“. Ein Blick in den überquellenden Wäschekorb bestätigt seine Aussage. Aber ich bleibe cool und wir fahren am Sonntag zu unseren nächsten geplanten Ausflügen. Herrlich! Wie Urlaub!

Der Wäscheberg

WäscheNach der Familienfeier am Sonntagabend kommt dann so quasi der „Kater“. Während die Kinder sich um 19:45 Uhr für das Bett fertig machen werde ich zur Medusa. Ich versuche dreckiges Geschirr in den Geschirrspüler zu stopfen, den Tisch (und auch Boden!) von den eingetrockneten Frühstücksresten zu befreien und arbeite wie ein Bergarbeiter den riesigen Wäscheberg ab (sind das wirklich nur alles unsere Sachen? Und warum habe ich nicht mehr Waschmachinen zur Verfügung?). Während meiner Herumräum-Arbeiten kommt mein Sohn, der sich seine Kleidung für morgen herrichten möchte: „Mama, was soll ich jetzt als Unterhose morgen verwenden? Ich habe keine frischen mehr?“. Ich vertröste ihn, dass ich schon die Waschmaschine aktiviert habe und so lange aufbleiben werde, dass ich sie noch in den Trockner geben kann.

Um 22:30 Uhr habe ich soweit alles wieder einigermaßen auf Kurs und Unterhosen für meinen Sohn. Kurz vor 23 Uhr falle ich erledigt ins Bett und bin mir nicht sicher, ob ich so ein ‚richtiges Wochenende‘ noch mal wiederholen möchte.

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