Für viele Menschen bedeutet das Wort „stimmig“ Eintönigkeit. Sie fürchten um den einrichtungstechnischen und farblosen Einheitsbrei, bei dem die Räume keinen Charakter haben. Doch das ist mitnichten der Fall, wie ein Blick auf die folgenden Einrichtungsvarianten zeigt.

So sieht eine Einrichtung nach Feng Shui aus

Feng Shui hat seinen Ursprung in Südostasien. Der Begriff bezeichnet ein Regelsystem, das vor allem bei der Wahl des Bauplatzes und bei der Einrichtung zum Tragen kommen kann, denn gebaut und eingerichtet wird im Idealfall an einem „Glück bringenden“ Ort. Das Wohnareal wird zum Mittelpunkt der Harmonie. Wer sich dort aufhält, erfährt Entspannung, Geborgenheit und Ruhe. Wer sich dafür entschließt, seinen Wohnraum nach Feng Shui einzurichten, muss zunächst ausmisten, aufräumen und saubermachen, denn Ordnung und Sauberkeit sind die Grundsätze von Feng Shui.

Bei der Einrichtung sind diese Tipps zu berücksichtigen:

– Licht

Licht ist ein entscheidender Faktor bei der Einrichtung nach Feng Shui. Das bedeutet: Großflächige Fenster werden begrüßt und nur mit lichtdurchlässigen Gardinen geschmückt. So soll das Chi ungehindert fließen können. Das künstliche Tageslicht, das darüber hinaus im Raum benötigt wird, muss der Nutzung des Raumes angepasst sein. Sprich: Im Arbeitszimmer braucht es helles Licht, im Wohnzimmer sollte es Lichtquellen geben, die Gemütlichkeit zulassen.

– Möbel

Möbel sollten hell, schlicht und der Raumgröße angepasst sein. Eckiges Mobiliar gehört ebenso wenig in eine Feng Shui Wohnung wie massive und raumfüllende Schrankwände. Stauraum braucht es nach Feng Shui, Deko hingegen nicht. In der Küche gilt: Küchenhelfer müssen in den Schubladen verschwinden. Während auf Dekoration verzichtet wird, sind Pflanzen essentiell wichtig. Sie sorgen bei den Bewohnern für Sauerstoff und unterstützen den natürlich Fluss des Chis.

– Trennung

Zugegeben, in manch engen Wohnverhältnissen ist es nicht immer leicht, die unterschiedlichen Lebensbereiche voneinander zu trennen. Im Idealfall jedoch sollte das Schlafzimmer ein Ruhepol ohne Home-Office-Schreibtisch sein, wie dieser Artikel unter betten.at betont. Für das Kinderzimmer gibt es eine Ausnahmeregelung: Hier müssen Schlaf-, Lern- und Spielareal kombiniert werden. Ist der Raum groß genug, unterstützen Raumteiler diese Intension. Auch verschiedenfarbige Farbbereiche können helfen, die Mehrfachnutzung sichtbar zu machen.

Auch diese Einrichtungsstile erfreuen sich wachsender Beliebtheit

Abbildung 1: Sich nach Feng Shui  einzurichten bedeutet, dass Licht und Freiraum die Wohnung oder Haus dominieren. Diese Kombination soll für Harmonie sorgen.

Während die Einrichtung nach Feng Shui vor allem einen Effekt auf Körper und Geist haben soll, sind die folgenden Stilrichtungen vor allem optisch erkennbar.

Das ist eine Übersicht der neuesten Einrichtungsvarianten:

Der Lagom-Stil stammt aus Schweden. Im Grunde genommen bedeutet „Lagom“, dass die „goldene Mitte“ und eine Ausgewogenheit diesen Einrichtungsstil bestimmen, wie es in einem Artikel unter kurier.at heißt. Schwedisch zu wohnen, bedeutet in diesem Fall, sich nicht nach mehr zu sehnen, sondern sich dort und damit glücklich zu fühlen, was einen umgibt. Vorschriften zu Farben und Materialien gibt es nicht. Stattdessen gibt es nach Lagom lediglich die Empfehlung auf Ausgewogenheit zu achten – was Farben, Materialien und die Anzahl der Möbel- und Dekorationsstücke in einem Raum betrifft. Damit lässt sich der Lagom-Stil zwischen Feng Shui und Hygge verorten.

Auch wenn der Einrichtungsstil Wabi-Sabi zunächst an den scharfen japanischen Meerrettich erinnert, hat der Einrichtungsstil damit natürlich nichts zu tun. Stattdessen steht Wabi-Sabi für Purismus – und zwar nach japanischer Art. Richtig ist, dass dezente Farben und helles Holz Wabi-Sabi ausmachen. Nüchtern und kahl muss dieser Einrichtungsstil dabei mitnichten sein. Das Mobiliar ist schlicht und funktional. Die Dekoration hingegen sorgt für das rechte Maß an Gemütlichkeit – mit Kissen, Decken und Teppichen.

Shabby Chic ist ähnlich wie die Einrichtung im Vintage Style vor allem eins: Gefährlich. Allzu leicht werden das Schäbige und das Alte zu dominant und die Klasse verschwindet, was sich negativ auf das Wohngefühl niederschlägt. In beiden Einrichtungsstilen spielen Möbelstücke mit Charakter die Hauptrolle. Sie stehen für die zeitlose Eleganz, die mit einer Patina versehen zum Glanzstück werden soll. Während bei Shabby Chic das Un-Perfekte erlaubt und sogar gewünscht ist (möglich macht das die Lackierung in hellen Farben), geht es bei der Vintage-Einrichtung darum, alte Möbel perfekt zu restaurieren und sie ebenso perfekt im Raum in Szene zu setzen. Vintage kann leicht schwer wirken, denn die Optik von anno dazumal (die häufig dunkel war), soll hier erhalten bleiben. Shabby Chic ist deutlich romantischer.

Abbildung 2: Der Landhausstil mit üppigen Schnörkeln ist längst passé. New Country heißt es nun, wenn Naturmaterialien massiv bleiben dürfen und hell aufbereitet für einen modernen Anblick sorgen.

Wer glaubt, der Landhausstil bedeutet, dass es hier rustikal und altbacken zugeht, der irrt sich, denn dem Landhausstil wird immer mehr Modernität eingehaucht. Zudem ist im modernen Landhausstil ein Mix vieler Handwerkertraditionen erkennbar. Einflüsse der skandinavischen Einrichtungsart werden ebenso sichtbar wie Einflüsse alpiner und englischer Handwerkskunst. Nachdem das Wörtchen „modern“ offensichtlich häufig überlesen wurde, hat sich die Einrichtungsindustrie einen neuen Namen ausgedacht. New Country heißt nun also die moderne Variante des Landhausstils, bei der Naturmaterialien und gedeckte Farben dominieren. Von Purismus ist hier keine Spur. Stattdessen gibt es massive Möbel, allerdings ohne Schnörkel.

 

Abbildung 1: pixabay.com © Life-Of-Pix (CC0 Public Domain)

Abbildung 2: pixabay.com © katjasv (CC0 Public Domain)