Die Coronakrise hat österreichische Haushalte auf den Kopf gestellt. Zahlen der AMA geben nun genaueren Aufschluss darüber. Die Haupterkenntnisse: Man kocht seit der Krise mehr und geht wesentlich seltener zum Einkaufen.

Verändertes Kochverhalten: Wieso kocht man seit Corona öfter?

So, wie sich die Corona-Pandemie auf unseren Arbeitsplatz auswirkt, hat sie auch Einfluss auf unsere Freizeit. Restaurants hatten über Monate geschlossen. Ein Großteil aller Österreicher wurde ins Home-Office geschickt und auch die Kinder waren rund um die Uhr zuhause. Mittlerweile hat sich die Situation etwas entspannt, aber ganz so wie vorher ist es noch immer nicht. Durch die anhaltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens und den Zwang zur Heimarbeit verbringt man während Corona mehr Zeit in den eigenen vier Wänden.

Mehr Zeit zum Kochen

Wer vor der Krise aus Zeitmangel nur wenig gekocht hat, kann jetzt umso öfter den Kochlöffel schwingen. Experten interpretieren den Trend zum Home Cooking während der Pandemie längst als Aufarbeitungsstrategie. Zu zwei Drittel kocht man mit frischen Zutaten, so erkennt die AMA. Laut der Umfrage sind Eier, Frischgemüse und Butter im Rahmen des neuen Kochtrends gefragt. Aber auch Haltbares erlebt einen so nie dagewesenen Boom. Das gilt insbesondere für Teigwaren wie Nudel, die zu Coronazeiten die Liste der beliebtesten Lebensmittel anführen. Speziell in der ersten Panikphase zu Beginn der Pandemie legten viele Österreicher Vorräte an. Der Kochtrend setzte erst später ein, in der sogenannten Anpassungsphase. In der Panikphase ging es gefühlt ums blanke Überleben. Die Anpassungsphase bewegte Verbraucher dagegen dazu, das Leben mit der neuen Situation möglichst angenehm zu gestalten. In diesem Fall: mit frischen Zutaten statt haltbarem Essen.

Selbstinszenierung mit Selbstgekochtem

Die Zwangsschließung der Gastronomie hat dazu geführt, dass Gerichte zum Nachkochen im Internet häufiger gesucht werden als je zuvor. Auch der Blick auf soziale Netzwerke bestätigt den neuen Home Cooking Trend. Wo früher Fotos von aufregenden Urlauben die Timeline füllten, sind es während Corona selbstgekochte Speisen. Das Kochen wird zum Lifestyle-Trend und bietet während der Krise eine von wenigen Möglichkeiten zur Selbstinszenierung.

Immer seltener in den Supermarkt

Nicht nur die eingekauften Zutaten und der Wert des Selbstgekochten verändern sich in der Krise. Wie die AMA ermittelt, gehen Österreicher immer seltener einkaufen, kaufen dafür aber mehr.

Fast 60 Prozent aller Befragten meldeten eine abnehmende Einkaufsfrequenz.

Fünf Prozent aller Studienteilnehmer sagten aus, überhaupt nicht mehr in den Supermarkt zu gehen.

Drei Viertel der Studienteilnehmer will die Veränderungen auch nach der Coronakrise weiterverfolgen.

Zu den Veränderungen der Einkaufsfrequenz kam es vor allem im Zuge der Infektionsprävention. Wer das Haus nicht oft verlässt und sich nur selten in vollen Supermärkten bewegt, reduziert damit das persönliche Infektionsrisiko. Auch Lebensmittellieferungen an die eigene Haustür sind vor diesen Hintergründen so gefragt wie nie zuvor. Nicht nur Haltbares lässt sich heutzutage online bestellen. Dasselbe gilt für frische Zutaten. Dass Lieferdienste wie der Kochboxen-Zusteller HelloFresh in der Krise nach eigenen Aussagen an Umsatz zugelegt haben, bestätigt den neuen Trend.