
Nach heißen Tagen kippt das Wetter manchmal schnell: Erst steht die Luft, dann kommen Gewitter, Starkregen und kräftige Böen. Für den Haushalt ist dabei nicht nur der Balkon wichtig. Wasser sucht sich oft den Weg über Kellerabgänge, Lichtschächte, Garageneinfahrten, Terrassentüren oder verstopfte Abflüsse.
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit weist darauf hin, dass schon wenige Zentimeter Schutz an kritischen Stellen einen Unterschied machen können. Man muss also nicht erst Sandsäcke für den Ernstfall stapeln. Oft helfen eine freie Abflussrinne, ein kurzer Keller-Check und ein klarer Plan, was bei Starkregen zuerst erledigt wird.

Die 20-Minuten-Runde vor dem Starkregen
Wenn eine Warnung kommt oder der Himmel sichtbar kippt, lohnt sich eine schnelle Runde ums Haus. Prüfen Sie zuerst die Stellen, an denen Wasser direkt in Wohn- oder Kellerräume laufen könnte: Kellerabgang, Garageneinfahrt, Lichtschacht, Terrassentür, Haustürschwelle und Balkonabfluss.
- Abflüsse freimachen: Laub, Blüten, Erde und Spielzeug von Rinnen, Gullys und Balkonabläufen entfernen.
- Schwellen sichern: Handtücher, mobile Barrieren oder Sandsäcke dort bereitlegen, wo Wasser zuerst ansteht.
- Lose Dinge wegräumen: Schuhe, Blumentöpfe, Müllsäcke, leichte Möbel und Elektrogeräte aus dem Wasserweg nehmen.
- Kellerboden entlasten: Kartons, Textilien, Fotos und wichtige Unterlagen hochstellen.
- Taschenlampe bereitlegen: Bei Gewitter kann auch der Strom ausfallen.
Keller und Lagerraum: weg vom Boden
Im Keller lagern oft genau jene Dinge, die Wasser besonders schlecht vertragen: Kartons, saisonale Kleidung, Werkzeug, alte Fotos, Dokumente, Vorräte oder Elektrogeräte. Stellen Sie empfindliche Sachen nicht direkt auf den Boden. Besser sind Regale, robuste Kunststoffboxen und eine klare Trennung zwischen unempfindlichen und wertvollen Dingen.
Wer selten in den Keller geht, übersieht kleine Warnzeichen leicht: muffiger Geruch, feuchte Ecken, Laub im Lichtschacht oder Wasserflecken an der Türschwelle. Nach Hitzetagen und vor angekündigten Gewittern ist ein kurzer Blick sinnvoll.
Bei akuter Überflutung nicht in den Keller gehen
Wenn Wasser bereits eindringt, hat Sicherheit Vorrang. Betreten Sie keinen überfluteten Keller, wenn Strom im Spiel sein könnte oder das Wasser schnell steigt. Auch Aufzüge, Tiefgaragen und stark abschüssige Einfahrten sind bei Starkregen keine Orte zum Abwarten. Rufen Sie im Zweifel Hilfe und bringen Sie Menschen aus gefährdeten Bereichen.
Wichtige Unterlagen, Medikamente, Ladegeräte, Taschenlampe und Powerbank sollten nicht erst gesucht werden müssen. Ein kleiner Notfallplatz in der Wohnung spart Zeit, besonders wenn Kinder, ältere Angehörige oder Haustiere mitversorgt werden.
Balkon, Terrasse und Garten nicht vergessen
Starkregen betrifft nicht nur Häuser mit Keller. Auf Balkon und Terrasse können verstopfte Abläufe, volle Untersetzer und leichte Gegenstände schnell Probleme machen. Leeren Sie Untersetzer, stellen Sie empfindliche Pflanzen geschützt und entfernen Sie Dinge, die bei Wind umkippen oder den Ablauf blockieren könnten.
Nach dem Regen gilt: Wasseransammlungen zeitnah entfernen. Das schützt Pflanzen, reduziert Geruch und nimmt Gelsen mögliche Brutplätze.
Vorbeugen, wenn gerade nichts passiert
Der beste Zeitpunkt für echte Vorsorge ist nicht die Gewitterminute. Prüfen Sie in Ruhe, ob Rückstauklappen, Lichtschächte, Kellerfenster, Dachrinnen und Abflüsse gewartet werden müssen. Auf HORA lässt sich außerdem einschätzen, welche Naturgefahren für die eigene Adresse relevant sein können.
Für Mietwohnungen gilt: Schäden, verstopfte Allgemeinflächen oder problematische Abflüsse rasch dokumentieren und der Hausverwaltung melden. Fotos helfen, wenn später nachvollzogen werden muss, was passiert ist.
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Quellen und weiterführende Informationen
- KFV: Starkregen und Hochwasser
- Österreichischer Zivilschutzverband: Krisenfester Haushalt
- oesterreich.gv.at: Hochwasser
- HORA: Naturgefahren erkennen
- BMLUK: Hochwasserschutz-Kampagne
Artikelbild: KI-generiertes Symbolbild.