
Seit 1. Juli gilt in Österreich für ausgewählte Grundnahrungsmittel ein niedrigerer Steuersatz. Genannt werden unter anderem Brot, Milch, Eier, Butter, Nudeln, Reis, Mehl und einige heimische Obst- und Gemüsesorten. Für Haushalte ist das kein Grund, planlos mehr einzukaufen. Sinnvoller ist ein kurzer Wocheneinkaufs-Check: Was kostet wirklich weniger, was steht ohnehin schon daheim, und welche Angebote führen nur zu vollen Kästen?
Die Maßnahme soll laut Parlament Haushalte entlasten. Ob man das im Alltag spürt, hängt aber stark vom Einkaufsverhalten ab. Wer Grundpreise vergleicht, Kassabons kurz prüft und weniger wegwirft, holt meistens mehr heraus als mit einem spontanen Großeinkauf.

Was sich für den Einkauf ändert
Der niedrigere Steuersatz betrifft nicht automatisch den gesamten Einkaufskorb. Er gilt für ausgewählte Nahrungsmittel. Deshalb sollte man beim Einkaufen nicht pauschal davon ausgehen, dass alles billiger wird. Entscheidend ist der Preis am Regal und auf dem Kassabon.
Praktisch heißt das: Bei regelmäßig gekauften Produkten lohnt sich ein kurzer Blick auf den Einzelpreis und den Grundpreis pro Kilogramm oder Liter. Gerade bei Nudeln, Reis, Mehl, Milchprodukten und Eiern lassen sich Preise gut vergleichen, weil viele Haushalte sie immer wieder kaufen.
Den Kassabon kurz prüfen
Niemand muss nach jedem Einkauf eine Buchhaltung führen. Für die ersten Wochen nach der Umstellung reicht ein einfacher Test: Heben Sie zwei bis drei Kassabons auf und markieren Sie Produkte, die Sie häufig kaufen. Vergleichen Sie nicht nur den Endpreis, sondern auch Packungsgröße und Grundpreis. Eine kleinere Packung kann trotz auffälligem Aktionsschild teurer sein.
- Grundpreis ansehen: Preis pro Kilogramm oder Liter vergleichen, nicht nur den Packungspreis.
- Packungsgröße prüfen: Wenn weniger Inhalt in der Packung ist, wirkt ein Preisvorteil schnell größer als er ist.
- Eigenmarke gegen Marke stellen: Nicht automatisch die Aktion nehmen, sondern den tatsächlichen Bedarf prüfen.
- Kassabon behalten: Bei Stammprodukten sieht man nach zwei bis drei Einkäufen, ob sich etwas real verändert.
Vor dem Einkauf daheim starten
Der beste Sparschritt passiert nicht im Supermarkt, sondern vor der Haustür. Schauen Sie kurz in Kühlschrank, Gefrierfach und Vorratsschrank. Was muss zuerst weg? Was fehlt wirklich? Was liegt schon doppelt da?
Das BMLUK weist bei Tipps gegen Lebensmittelverschwendung darauf hin, dass geplante Einkäufe Zeit und Geld sparen können. Für den Alltag reicht eine kleine Liste mit drei Spalten: „brauche ich“, „muss bald weg“ und „nicht kaufen“. Gerade bei Grundnahrungsmitteln verhindert das, dass Reis, Nudeln oder Mehl mehrfach gekauft werden, während frische Lebensmittel verderben.
Aktionsfallen vermeiden
Wenn bestimmte Lebensmittel günstiger wirken, wird schnell mehr gekauft. Das lohnt sich nur, wenn die Menge wirklich verbraucht wird und daheim Platz dafür ist. Vorräte sind sinnvoll bei haltbaren Produkten, aber nicht bei allem, was rasch verdirbt.
Bei Obst, Gemüse, Milchprodukten und Brot ist weniger oft besser. Lieber öfter kleine Mengen kaufen oder schnell verarbeiten. Für saisonales Obst passt zum Beispiel der Beitrag Marillen richtig lagern. Für heiße Tage hilft zusätzlich Lebensmittel bei Hitze richtig lagern.
Eine einfache Wocheneinkaufs-Routine
- Vorräte und Kühlschrank prüfen.
- Drei bis fünf Mahlzeiten grob planen.
- Eine kurze Einkaufsliste schreiben.
- Bei Grundnahrungsmitteln den Grundpreis vergleichen.
- Kassabon für Stammprodukte aufheben.
- Reste direkt für den nächsten Tag einplanen.
Das klingt banal, ist aber wirksam. Wer jede Woche nur ein oder zwei vermeidbare Fehlkäufe streicht, spart oft mehr als durch eine einzelne Aktion. Zusätzlich landet weniger Essen im Müll.
Was sich gut auf Vorrat kaufen lässt
Haltbare Grundnahrungsmittel wie Reis, Nudeln oder Mehl können auf Vorrat sinnvoll sein, wenn sie trocken, sauber und gut verschlossen gelagert werden. Kaufen Sie aber nur Mengen, die realistisch verbraucht werden. Ein übervoller Vorratsschrank führt schnell dazu, dass Dinge doppelt gekauft oder hinten vergessen werden.
Bei frischen Lebensmitteln ist Planung wichtiger als Menge. Brot kann portionsweise eingefroren werden, reifes Obst lässt sich zu Kompott, Röster oder Smoothie verarbeiten, und Gemüse passt oft in Suppe, Pfanne oder Ofengericht. Für vorbereitete Mahlzeiten kann auch Meal Prep für Anfänger helfen.
Kurzcheck für den nächsten Einkauf
- Welche Grundnahrungsmittel kaufe ich jede Woche?
- Habe ich davon noch Vorräte?
- Ist der Grundpreis wirklich günstiger?
- Passt die Packungsgröße zu meinem Haushalt?
- Kann ich frische Ware rechtzeitig verbrauchen?
- Welche Reste werden zuerst eingeplant?
Die Steuersenkung kann entlasten. Im Haushalt entscheidet aber die Routine: Liste schreiben, Grundpreise prüfen, Reste verwerten und nicht mehr kaufen, als wirklich gebraucht wird.
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Quellen und weiterführende Informationen
- Parlament Österreich: Vier Gesetze, die ab Juli gelten
- BMF: Umsatzsteuersenkung auf ausgewählte Nahrungsmittel
- BMLUK: Tipps für den Einkauf
- BMLUK: Tipps gegen Lebensmittelverschwendung
- Arbeiterkammer OÖ: Preisgünstige Produkte einfach finden
Artikelbild: KI-generiertes Symbolbild.