Ein Ferialjob ist für viele Jugendliche der erste echte Kontakt mit der Arbeitswelt. Man verdient eigenes Geld, lernt einen Betrieb kennen und merkt schnell, wie anstrengend ein Arbeitstag sein kann. Damit aus dem Sommerjob keine unangenehme Überraschung wird, sollten Jugendliche und Eltern vor dem ersten Arbeitstag ein paar Punkte gemeinsam durchgehen.
Wichtig ist die Unterscheidung: Ein Ferialjob ist ein befristetes Arbeitsverhältnis. Ein Pflichtpraktikum oder eine Schnupperphase kann anders geregelt sein. Deshalb zählt nicht nur die Überschrift im Inserat, sondern was tatsächlich vereinbart wird: Tätigkeit, Arbeitszeit, Bezahlung, Versicherung und Dauer.

Ab wann ein Ferialjob möglich ist
Nach den Informationen von oesterreich.gv.at dürfen Jugendliche einen Ferialjob ausüben, wenn sie 15 Jahre alt sind und die Schulpflicht beendet ist. Die Schulpflicht endet im letzten, neunten Schuljahr mit Beginn der Sommerferien. Wer jünger ist oder die Schulpflicht noch nicht abgeschlossen hat, fällt in strengere Regeln.
Gerade bei Schülerinnen und Schülern am Übergang von der Pflichtschule in eine weitere Ausbildung sollte daher kurz geprüft werden: Alter, Schulstufe und tatsächlicher Ferienbeginn. Im Zweifel lieber bei Arbeiterkammer, AMS oder einer Beratungsstelle nachfragen, bevor ein Job zugesagt wird.
Was vor dem ersten Arbeitstag geklärt sein sollte
- Wer ist der Arbeitgeber? Name, Adresse, Kontaktperson und Telefonnummer notieren.
- Was ist die Tätigkeit? Nicht nur „helfen“, sondern konkret: Lager, Verkauf, Büro, Service, Küche, Garten oder Betreuung.
- Wann wird gearbeitet? Beginn, Ende, Pausen und freie Tage schriftlich festhalten.
- Wie wird bezahlt? Stundenlohn oder Monatsbetrag, Auszahlungsdatum und Konto klären.
- Welche Kleidung oder Ausrüstung ist nötig? Wer stellt sie, wer zahlt sie?
- Wie komme ich hin? Öffis, Fahrrad, Abholung oder Fahrgemeinschaft realistisch planen.
Eine kurze schriftliche Bestätigung ist besser als reine Zurufe. Sie muss nicht kompliziert aussehen, sollte aber die wichtigsten Daten enthalten. Spätestens nach Arbeitsbeginn sollte ein Dienstzettel oder eine klare schriftliche Vereinbarung vorliegen.
Arbeitszeit mitschreiben
Die Arbeiterkammer empfiehlt bei Ferialjobs, die Arbeitszeit selbst zu notieren. Das ist besonders wichtig, wenn die Zeiten wechseln oder Überstunden im Raum stehen. Ein einfaches Blatt reicht: Datum, Beginn, Ende, Pause, tatsächliche Stunden und kurze Notiz zur Tätigkeit.
Diese Aufzeichnungen helfen, wenn am Ende die Abrechnung nicht passt. Jugendliche sollten sie nicht nur am Handy führen, sondern regelmäßig sichern oder fotografieren. Eltern können in der ersten Woche mithelfen, bis die Routine sitzt.
Bezahlung, Versicherung und Pflichtpraktikum
Beim Ferialjob besteht grundsätzlich ein Arbeitsverhältnis. Damit gehen Rechte und Pflichten einher, etwa Entgelt und Versicherung. Bei Ferialpraktika kann der Ausbildungszweck stärker im Vordergrund stehen. Genau deshalb sollte vorab geklärt werden, ob es sich um einen Ferialjob, ein Pflichtpraktikum oder eine reine berufliche Orientierung handelt.
Wenn ein Betrieb sagt, es gebe „nur Erfahrung“, aber fixe Arbeitszeiten, konkrete Aufgaben und Arbeitspflicht erwartet werden, sollte man genau nachfragen. Erfahrung ist wertvoll, ersetzt aber nicht automatisch Bezahlung, wenn tatsächlich gearbeitet wird.
Was Eltern sinnvoll prüfen können
Eltern müssen den Job nicht steuern, sollten aber bei minderjährigen Jugendlichen den Rahmen kennen. Dazu gehören Weg, Arbeitszeiten, Ansprechperson und Notfallkontakt. Besonders bei Gastronomie, Handel, Veranstaltungen oder Arbeiten im Freien sind Pausen, Trinken, Sonnenschutz und Heimweg wichtig.
Es hilft, den ersten Arbeitstag praktisch vorzubereiten: passende Kleidung, Jause, Wasserflasche, Bankverbindung, Ausweis, Telefonnummer der Kontaktperson und genug Zeit für die Anreise. Wer entspannt startet, kann sich besser auf die Arbeit konzentrieren.
Nach dem Job: Abrechnung kontrollieren
Am Ende sollten Lohnzettel, Stunden, Auszahlung und etwaige Abzüge kontrolliert werden. Stimmen die eigenen Aufzeichnungen mit der Abrechnung überein? Wurden alle Tage berücksichtigt? Ist das Geld angekommen? Wenn etwas unklar ist, zuerst ruhig schriftlich nachfragen und Unterlagen bereithalten.
Der Ferialjob ist auch eine gute Gelegenheit, über Geld zu sprechen. Wie viel wird gespart, wie viel darf frei verwendet werden, und welche Ausgaben kommen im Sommer noch? Dazu passt der Beitrag Der richtige Umgang mit Geld.
Kurzcheck für den Ferialjob
- Alter und Schulpflicht geprüft?
- Arbeitgeber und Kontaktperson bekannt?
- Tätigkeit und Arbeitsort klar?
- Arbeitszeit und Pausen vereinbart?
- Bezahlung und Auszahlungstermin geklärt?
- Arbeitszeitblatt vorbereitet?
- Anreise und Heimweg realistisch?
- Abrechnung am Ende kontrolliert?
Ein Ferialjob soll Jugendlichen Selbstständigkeit geben. Die beste Vorbereitung ist daher nicht Kontrolle bis ins Detail, sondern ein klarer Rahmen: wissen, was vereinbart wurde, Stunden mitschreiben, Fragen stellen und die eigene Arbeit ernst nehmen.
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Quellen und weiterführende Informationen
- Arbeiterkammer: Ferialjob
- oesterreich.gv.at: Ferialjob
- oesterreich.gv.at: Ferialpraxis
- AMS: Ferialjob
- Arbeitsinspektion: Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen
- ORF ON: Ferialjob oder Praktikum – das sollten Jugendliche wissen
- WienXtra: Ferien- und Nebenjob
Artikelbild: KI-generiertes Symbolbild.