Nach heißen Sommertagen ziehen Gewitter oft schnell auf. Dann geht es nicht nur um Balkonmöbel, Fenster und Keller, sondern auch um die Elektronik im Haushalt. Router, Fernseher, Computer, Ladegeräte und smarte Geräte hängen oft dauerhaft am Strom. Bei Blitz und Überspannung kann das teuer werden.
Wichtig ist der Zeitpunkt: Stecker zieht man rechtzeitig, wenn das Gewitter noch nicht direkt da ist. Während es in unmittelbarer Nähe donnert und blitzt, sollte niemand hektisch an Steckdosen, Antennen- oder Datenleitungen hantieren.
Was vor dem Gewitter sinnvoll ist
- Empfindliche Geräte trennen: Router, Modem, Fernseher, Computer, Spielekonsole und HiFi-Anlage vom Strom nehmen, wenn ein Gewitter absehbar ist.
- Ladegeräte ausstecken: Netzteile von Handy, Laptop, Tablet und Powerbank nicht unnötig in der Steckdose lassen.
- Daten- und Antennenkabel prüfen: Wenn es einfach und sicher möglich ist, auch Antennen-, Netzwerk- oder Telefonleitungen trennen. Viele Schäden kommen nicht nur über die Steckdose.
- Wichtige Geräte vorher laden: Handy, Taschenlampe und Powerbank vor der Gewitterfront aufladen, nicht erst mittendrin.
- Fenster und Rollläden ruhig planen: Nicht im letzten Moment zwischen Steckdosen, offenen Fenstern und Balkon hin- und herlaufen.
Steckerleiste ausschalten reicht nicht immer
Viele Steckdosenleisten haben einen roten Schalter. Der ist praktisch, ersetzt aber nicht automatisch das vollständige Trennen vom Stromnetz. Wer empfindliche oder teure Geräte schützen will, zieht den Stecker der Leiste aus der Wandsteckdose. Nur so ist der Stromkreis wirklich unterbrochen.
Überspannungsschutz kann zusätzlich helfen, besonders bei Computern, Router und Unterhaltungselektronik. Er ist aber kein Freibrief, jedes Gerät bei jedem Gewitter angeschlossen zu lassen. In Gegenden mit häufigen Gewittern oder empfindlicher Technik lohnt sich fachliche Beratung zu passendem Überspannungs- und Blitzschutz.
Router und Internet: früh genug entscheiden
Der Router ist oft das Gerät, das im Alltag am längsten durchläuft. Wenn ein Gewitter angekündigt ist und niemand dringend online sein muss, kann er rechtzeitig vom Strom getrennt werden. Bei DSL, Kabel oder Antenne sollte man auch an die jeweilige Leitung denken, sofern sie einfach erreichbar ist.
Wer im Homeoffice arbeitet, sollte nicht erst beim ersten starken Donner entscheiden. Besser ist ein kurzer Plan: Dokumente speichern, Laptop-Akku nutzen, Router bei nahendem Gewitter trennen und wichtige Telefonate nicht auf den letzten Moment legen.
Was während des Gewitters tabu ist
- nicht barfuß oder mit nassen Händen an Steckdosen und Kabel gehen
- keine Kabel hinter Möbeln herausziehen, wenn draußen schon ein starkes Gewitter läuft
- nicht am offenen Fenster mit Ladegerät oder Laptopkabel hantieren
- keine provisorischen Kabelsalate mit Mehrfachsteckern bauen
- bei Wassereintritt oder sichtbarem Schaden Sicherung nicht selbst experimentell wieder einschalten
Nach dem Gewitter: ruhig wieder anschließen
Wenn das Gewitter abgezogen ist, Geräte nacheinander wieder anschließen. Falls ein Gerät nicht startet, verschmort riecht, ungewöhnlich warm wird oder Sicherungen auslösen, bleibt es ausgesteckt. Dann ist Fachpersonal zuständig.
Praktisch ist eine kleine Gewitterroutine für die Wohnung: Router, Fernseher, Computer, Ladegeräte und Balkon prüfen; danach erst lüften, Geräte wieder einschalten und kontrollieren, ob Kühlschrank, Tiefkühler und Internet normal laufen.
Kleine Checkliste für den Sommer
- eine gute Taschenlampe griffbereit halten
- Powerbank regelmäßig laden
- wichtige Telefonnummern nicht nur online speichern
- Steckdosenleisten nicht überlasten
- teure Elektronik bei Urlaub und Gewitterlage nicht unnötig angeschlossen lassen
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Quellen und weiterführende Informationen
- ORF ON: Unwetter nach Hitze
- OVE: Unfälle vermeiden – sicher durch die Gewittersaison
- Vor Blitzen schützen: Informationen zu Blitz- und Überspannungsschutz
- Zivilschutz Oberösterreich: Selbstschutztipps bei Gewitter
- NÖ Zivilschutzverband: Gewitter
Artikelbild: KI-generiertes Symbolbild.