Haarausfall: Ursachen, Behandlung und was du selbst tun kannst

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Haare pflegen: Tricks gegen Schuppen

Mehr Haare als sonst in der Bürste, ein breiter werdender Scheitel oder kahle Stellen auf der Kopfhaut können verunsichern. Haarausfall hat jedoch viele mögliche Ursachen und bedeutet nicht automatisch, dass die Haare dauerhaft ausfallen.

Neben der erblichen Veranlagung können unter anderem hormonelle Veränderungen, Erkrankungen, Medikamente, Infektionen, psychische oder körperliche Belastungen sowie Nährstoffmängel eine Rolle spielen. Entscheidend ist daher, nicht wahllos zu Nahrungsergänzungsmitteln oder vermeintlichen Wundermitteln zu greifen, sondern zunächst die Ursache abzuklären.

Wie viele Haare verliert man normalerweise?

Dass täglich Haare ausfallen, gehört zum natürlichen Haarzyklus. Alte Haare lösen sich, während neue nachwachsen. Auffällig wird der Haarverlust vor allem dann, wenn über längere Zeit deutlich mehr Haare als gewohnt ausfallen, das Haar sichtbar dünner wird oder einzelne kahle Bereiche entstehen.

Typische erste Anzeichen können sein:

  • ein zunehmend breiter Scheitel,
  • ein dĂĽnner werdender Pferdeschwanz,
  • zurĂĽckweichende Geheimratsecken,
  • kahle oder stark ausgedĂĽnnte Stellen,
  • ungewöhnlich viele Haare auf dem Kopfkissen, in der Dusche oder BĂĽrste.

Bei Frauen zeigt sich erblich bedingter Haarausfall häufig zunächst durch einen breiteren Scheitel oder insgesamt weniger Haarfülle. Bei Männern beginnt er oft an den Schläfen oder am Oberkopf.

Die häufigsten Formen von Haarausfall

Erblich bedingter Haarausfall

Der erblich bedingte Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt, ist eine der häufigsten Formen. Dabei reagieren die Haarwurzeln empfindlicher auf bestimmte Hormone. Die Haare wachsen zunehmend feiner und kürzer, bis an manchen Stellen kaum noch sichtbare Haare nachwachsen.

Bei Männern entstehen häufig Geheimratsecken oder eine kahle Stelle am Hinterkopf. Bei Frauen lichtet sich meist der Bereich entlang des Scheitels, während der vordere Haaransatz häufig erhalten bleibt. Eine frühzeitige Behandlung kann das Fortschreiten bei manchen Betroffenen verlangsamen.

Diffuser Haarausfall

Bei diffusem Haarausfall werden die Haare über den gesamten Kopf hinweg dünner. Mögliche Auslöser sind beispielsweise:

  • starke Infektionen oder hohes Fieber,
  • Operationen,
  • eine Geburt,
  • ausgeprägter Stress,
  • chronische Erkrankungen,
  • SchilddrĂĽsenstörungen,
  • Blutarmut,
  • bestimmte Medikamente,
  • eine zu geringe Energie- oder Nährstoffzufuhr.

Der Haarverlust beginnt teilweise erst einige Wochen oder Monate nach dem auslösenden Ereignis. Wird die Ursache behoben, kann sich das Haarwachstum häufig wieder normalisieren.

Kreisrunder Haarausfall

Beim kreisrunden Haarausfall entstehen plötzlich klar abgegrenzte kahle Stellen. Es handelt sich um eine Erkrankung, bei der das Immunsystem die Haarfollikel angreift. Sie kann einzelne Stellen oder größere Bereiche betreffen.

Die Haare können teilweise von selbst wieder wachsen. Dennoch sollte kreisrunder Haarausfall dermatologisch abgeklärt werden, da je nach Ausprägung unterschiedliche Behandlungen infrage kommen.

Mechanisch bedingter Haarverlust

Straffe Frisuren, Extensions, häufiges Ziehen an den Haaren oder besonders belastende Pflegeroutinen können Haare und Haarwurzeln schädigen. Wird dauerhaft Zug auf dieselben Stellen ausgeübt, kann der Haarverlust mit der Zeit bleibend werden.

Sehr enge Zöpfe, straffe Dutts und schwere Haarverlängerungen sollten daher nicht ständig getragen werden. Auch grobes Bürsten kann bereits geschwächte Haare zusätzlich belasten.

Welche Ursachen können hinter Haarausfall stecken?

Hormone und Lebensphasen

Hormonelle Veränderungen können das Haarwachstum beeinflussen. Häufig tritt verstärkter Haarausfall beispielsweise einige Zeit nach einer Geburt auf. Auch Wechseljahre oder hormonelle Erkrankungen wie das polyzystische Ovarialsyndrom können mit dünner werdendem Haar verbunden sein.

Stress und körperliche Belastungen

Nicht nur emotionaler Stress, sondern auch starke körperliche Belastungen können einen vorübergehenden Haarverlust auslösen. Dazu zählen schwere Erkrankungen, Operationen, hohes Fieber oder eine rasche Gewichtsabnahme.

Da der Haarzyklus verzögert reagiert, beginnt der vermehrte Ausfall häufig erst deutlich nach dem eigentlichen Auslöser.

Erkrankungen und Medikamente

Schilddrüsenerkrankungen, Blutarmut, chronische Erkrankungen und verschiedene Medikamente können Haarausfall begünstigen. Betroffene sollten verordnete Medikamente jedoch niemals eigenständig absetzen. Besteht ein zeitlicher Zusammenhang, sollte dies mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Ernährung und Nährstoffmangel

Eine stark einseitige Ernährung, längere Crash-Diäten oder ausgeprägte Mangelzustände können das Haarwachstum beeinträchtigen. Mögliche Zusammenhänge bestehen unter anderem mit einer zu geringen Versorgung mit Energie, Eiweiß, Eisen oder anderen Nährstoffen.

Nahrungsergänzungsmittel sollten allerdings nicht vorsorglich in hoher Dosierung eingenommen werden. Sinnvoller ist eine medizinische Abklärung, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt.

Wann sollte man Haarausfall ärztlich abklären lassen?

Eine ärztliche Untersuchung ist besonders sinnvoll, wenn:

  • der Haarverlust plötzlich und stark beginnt,
  • kreisrunde kahle Stellen entstehen,
  • die Kopfhaut juckt, schmerzt, gerötet ist oder schuppt,
  • Augenbrauen oder andere Körperhaare ebenfalls ausfallen,
  • der Haarausfall mehrere Wochen anhält,
  • das Haar sichtbar dĂĽnner wird,
  • weitere Beschwerden wie MĂĽdigkeit, Gewichtsveränderungen oder Zyklusstörungen auftreten,
  • der Haarverlust nach Beginn eines Medikaments einsetzt,
  • ein Kind oder Jugendlicher betroffen ist.

Die Diagnose kann je nach Situation eine Untersuchung von Kopfhaut und Haaren, Fragen zu Erkrankungen und Medikamenten sowie Blutuntersuchungen umfassen. In bestimmten Fällen werden auch Haarwurzeln oder die Kopfhaut genauer untersucht. Eine wirksame Behandlung setzt eine möglichst genaue Diagnose voraus.

Was hilft gegen Haarausfall?

Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache. Ein Shampoo allein kann hormonell oder krankheitsbedingt verursachten Haarausfall in der Regel nicht lösen.

Behandlung der Grunderkrankung

Liegt beispielsweise eine Schilddrüsenerkrankung, Blutarmut, Entzündung oder ein Nährstoffmangel vor, steht die Behandlung dieser Ursache im Vordergrund. Bei vorübergehendem diffusem Haarausfall kann sich das Wachstum danach nach und nach erholen.

Da Haare langsam wachsen, dauert es oft mehrere Monate, bis eine Veränderung sichtbar wird.

Minoxidil

Minoxidil wird äußerlich auf die Kopfhaut aufgetragen und kann bei bestimmten Formen des erblich bedingten Haarausfalls eingesetzt werden. Es wirkt nicht bei allen Betroffenen und muss regelmäßig sowie langfristig angewendet werden. Wird die Anwendung beendet, kann der erzielte Effekt wieder verloren gehen. Nebenwirkungen und die Eignung sollten vorab medizinisch oder in der Apotheke besprochen werden.

Verschreibungspflichtige Medikamente

Bei Männern kann bei erblich bedingtem Haarausfall unter bestimmten Voraussetzungen Finasterid eingesetzt werden. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und kann Nebenwirkungen verursachen. Für Frauen gelten andere Voraussetzungen und Einschränkungen; eine Selbstbehandlung ist nicht sinnvoll.

Je nach Ursache können in der Dermatologie außerdem entzündungshemmende, hormonell wirksame oder andere gezielte Behandlungen eingesetzt werden.

Behandlung von kreisrundem Haarausfall

Bei kreisrundem Haarausfall kommen je nach Alter und Ausprägung unter anderem kortisonhaltige Präparate oder weitere dermatologische Therapien infrage. Die Behandlung wird individuell festgelegt.

Was kann man selbst fĂĽr Haare und Kopfhaut tun?

Haare schonend behandeln

Bei verstärktem Haarverlust sind die verbliebenen Haare häufig empfindlicher. Hilfreich ist daher eine sanfte Pflegeroutine:

  • Haare vorsichtig entwirren,
  • nicht kräftig an nassen Haaren ziehen,
  • Hitze durch Glätteisen oder Lockenstab reduzieren,
  • keine dauerhaft straffen Frisuren tragen,
  • aggressive Blondierungen und häufige chemische Behandlungen vermeiden,
  • Shampoo vor allem auf der Kopfhaut verteilen,
  • Längen mit einer passenden Pflege schĂĽtzen.

Schonende Pflege kann Haarbruch reduzieren. Sie behebt jedoch keinen Haarausfall, der an der Haarwurzel entsteht.

Ausgewogen essen

Eine abwechslungsreiche Ernährung unterstützt die allgemeine Versorgung des Körpers. Sinnvoll sind unter anderem:

  • eiweiĂźreiche Lebensmittel wie Fisch, Eier, HĂĽlsenfrĂĽchte und Milchprodukte,
  • GemĂĽse und Obst,
  • Vollkornprodukte,
  • NĂĽsse und Samen,
  • hochwertige Pflanzenöle.

Bei veganer Ernährung, starken Monatsblutungen, chronischen Erkrankungen oder einer länger stark eingeschränkten Ernährung kann eine ärztliche Kontrolle bestimmter Nährstoffe sinnvoll sein.

Stress reduzieren

Stress lässt sich nicht immer vermeiden. Regelmäßiger Schlaf, Bewegung, Erholungspausen und Entspannungsübungen können jedoch dabei helfen, die allgemeine Belastung zu reduzieren. Besteht starker oder anhaltender psychischer Stress, sollte zusätzlich professionelle Unterstützung erwogen werden.

Helfen Koffein-Shampoo, Rosmarinöl und Haarvitamine?

Viele Produkte versprechen dichteres Haar oder schnelleres Wachstum. Die Qualität der Nachweise ist jedoch sehr unterschiedlich.

Ein kosmetisches Shampoo bleibt nur kurze Zeit auf der Kopfhaut und kann die Ursache eines medizinisch bedingten Haarausfalls normalerweise nicht beseitigen. Auch Öle und Kopfhautmassagen können angenehm sein, ersetzen aber keine Diagnose.

Biotin, Zink, Eisen oder andere Präparate helfen hauptsächlich dann, wenn tatsächlich ein entsprechender Mangel besteht. Eine unnötig hohe Einnahme kann Nebenwirkungen verursachen oder Laborwerte verfälschen. Besonders bei anhaltendem Haarausfall sollte daher zunächst untersucht werden, was dahintersteckt.

Kann ausgefallenes Haar wieder nachwachsen?

Das hängt von der Ursache ab. Bei vorübergehendem diffusem Haarausfall können die Haare häufig wieder nachwachsen, sobald der Auslöser beseitigt wurde. Auch nach bestimmten Infektionen kann sich das Haarwachstum innerhalb mehrerer Monate erholen.

Bei erblich bedingtem oder vernarbendem Haarausfall ist vollständiges Nachwachsen weniger wahrscheinlich. Eine frühe Behandlung kann jedoch helfen, den Verlauf zu verlangsamen und vorhandene Haare länger zu erhalten.

Häufige Fragen zu Haarausfall

Ist Haarausfall im Herbst normal?

Viele Menschen beobachten saisonale Schwankungen. Ein deutlich stärkerer, länger anhaltender oder sichtbar ausdünnender Haarverlust sollte dennoch abgeklärt werden.

Können häufiges Haarewaschen oder Shampoo Haarausfall verursachen?

Beim Waschen lösen sich vor allem Haare, die sich bereits am Ende ihres Wachstumszyklus befinden. Die Waschhäufigkeit sollte sich nach Kopfhaut und Haartyp richten. Starkes Reiben, Ziehen und ungeeignete Pflege können allerdings Haarbruch fördern.

Hilft Haareschneiden gegen Haarausfall?

Nein. Schneiden verändert nur den sichtbaren Haarschaft, nicht die Haarwurzel. Frisch geschnittene Spitzen können das Haar jedoch voller und gepflegter erscheinen lassen.

Ist Haarausfall nach einer Schwangerschaft normal?

Ein vorübergehend stärkerer Haarverlust einige Monate nach der Geburt kommt häufig vor. Hält er lange an oder ist er sehr ausgeprägt, sollte er medizinisch abgeklärt werden.

Welcher Arzt ist bei Haarausfall zuständig?

Erste Anlaufstellen können die Hausärztin, der Hausarzt oder eine dermatologische Praxis sein. Bei vermuteten hormonellen Ursachen können weitere Fachrichtungen einbezogen werden.

Fazit: Die Ursache entscheidet ĂĽber die richtige Behandlung

Haarausfall kann erblich bedingt, vorübergehend oder Folge einer Erkrankung sein. Deshalb gibt es keine einzelne Behandlung, die bei allen Menschen funktioniert. Wer plötzlich viele Haare verliert, kahle Stellen bemerkt oder über längere Zeit dünner werdendes Haar beobachtet, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen.

Eine ausgewogene Ernährung und schonende Haarpflege können Haare und Kopfhaut unterstützen. Sie ersetzen jedoch keine gezielte Behandlung. Je früher bestimmte Formen erkannt werden, desto besser lassen sich vorhandene Haare häufig erhalten.

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Foto von Sabine, meinhaushalt.at

Redaktion

Hinter meinhaushalt.at steht Sabine Ostheimer. Sie sammelt hier praktische Haushaltstipps – am liebsten mit natürlichen Hausmitteln statt purer Chemie –, Spar-Ideen für den Alltag und bewährte Tricks aus Omas Zeiten. Als Zwillingsmama schreibt sie außerdem ehrlich und ohne Filter über den Familienalltag; Backen und saisonale Tischdekoration gehören zu ihren Lieblingsthemen. Mehr über die Seite

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