Farben sind ein wunderbares Mittel um in Räumen eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. Doch nicht nur das, mit einem bestimmten farbigen Anstrich kann man die Zimmer optisch vergrößern oder verkleinern. Doch mit welcher Farbe welchen Raum ausmalen? Ist Blau besser im Badezimmer oder im Schlafzimmer? Da wir auch immer wieder hin und her überlegt haben,  und zahlreiche Abende im Internet gestöbert haben, möchte ich Euch hier ein paar Informationen zur Farbgestaltung der Innenräume zeigen:

Welche Farbe passt zu mir?

Bevor man gleich die Wände mit Farben ausmalt, sollte man sich zuerst in Ruhe überlegen, welche Stimmung Sie im jeweiligen Zimmer erzeugen wollenl. Soll der Raum eher sinnlich, gemütlich oder doch eher ruhig und kühl wirken? Außerdem beeinflussen manche Farben die Wahrnehmung der Raumabmessungen und manche können das Tageslicht stark verändern. Wichtig ist aber immer den eigenen Geschmack zu berücksichtigen, jeder Mensch hat Lieblingsfarben, die er gern um sich hat. Bei der Gestaltung der Zimmer, sollte man dies berücksichtigen und Farben wählen, mit denen man sich wohl fühlt.

Mit Farben tricksen

Kleine Räume

Für kleinere Räume sollte man eher helle und kühle Farben wählen, auch Tapeten mit kleinen Muster sind zu bevorzugen. Kühle und helle Farben weiten den Raum und wirken entfernter.

Ist eine Wand ohne Tür und Fenster, dann kann diese mit einem großen Muster versehen werden, welches als guter Kontrast wirkt. Als Highlight können hier noch Glanzeffekte verwendet werden.

Die Wandfarben Weiß, gebrochenes Weiß und helle Puderfarben lenken den Blick des Betrachters in die Weite. Kleine Räume wirken durch eine helle Wandfarbe deswegen gleich viel größer. Möchte man mehr Tiefe in einen kleinen Raum bringen, dann die Schmalseite mit einer dunklen und die Seitenwände mit heller Farbe ausmalen.

Große Räume

Bei größeren Räumen können es ruhig auch mal intensive oder warme Töne sein. Warme und kräftige Farbtöne verkürzen den Raum, denn diese Farben kommen dem Betrachter optisch entgegen. Weiters geben warme Farben ein Gefühl der Geborgenheit und schaffen so mehr Gemütlichkeit.

Niedrige Räume

Will man niedrige Räume höher wirken lassen, dann sollte man die Decke mit einer hellen Farbe streichen und diese zusätzlich beleuchten.  Streckende, vertikale Muster an den Wänden helfen auch, dass der Raum höher wirkt.

Hohe, aber schmale Räume

Sind die Räume hoch, aber schmal, dann sollte man ein waagrecht ausgerichtetes Muster wählen, und dieses nicht bis unter die Decke ziehen, sondern einen breiten Streifen frei lassen. Die Decke noch zusätzlich mit einer dunklen Farbe ausmalen.

Nischen, Dachgaupen oder Erker optisch vergrößern

Nischen, Dachgaupen und Erker können durch die Wahl von hellen Kontrasten optisch vergrößert werden.

Wände und Decke in einer Farbe

Werden die Wände und Decken in der gleichen Farbe bemalt, dann erzeugt dies eine ruhige, umhüllende Wirkung.

Blickfang – eine farbige Wand

Für einen herrlichen Blickfang sorgt eine Wand in einer anderen Farbe. Achten Sie hier aber, dass diese gut harmonieren – am besten mittels Farbkarten oder per Probeanstrich. Sind Sie sich nicht ganz sicher, dann immer eine Nichtfarbe als Kontrast wählen, wie zum Beispiel Weiß.

Bodenfarbe bewußt auswählen

Auch bei der Wahl der Bodenfarbe kann dem Raum noch ein zusätzlicher Aspekt mitgegeben werden, ein dunklerer Boden erdet zum Beispiel den Raum und vermittelt Sicherheit. Viele Baumärkte haben Muster, die man mitnehmen kann, so dass man prüfen kann, ob der Boden zu der Wandfarbe passt und ob man sich damit wohl fühlt.

Welche Farbe für welches Zimmer

Alle Farben erzeugen eine bestimmte Wirkung, diese sollte man unbedingt berücksichtigen und sich genau überlegen, mit welcher Farbe die eigenen vier Wände gestrichen werden. Hier habe ich die beliebtesten Wandfarben ausführlicher beschrieben:

Grau

Innenräume in dunkelgrauer Wandfarbe ausmalenDie Nichtfarbe Grau wird als Wandfarbe sehr oft unterschätzt, was sehr schade ist, verleiht sie doch Räumen eine Eleganz. Grau wirkt auf den Betrachter neutral und sachlich und eignet sich daher sehr gut um Details zu betonen, wie zum Beispiel Bilder. Die Farbe Grau bringt nämlich andere Töne zum Leuchten. Nur Achtung vor zuviel Grau als Wand- oder Deckenfarbe: das wird als düster und schwer empfunden.

Weiß

Die Farbe Weiß gehört zu den Nichtfarben und ist eine neutrale Raumfarbe. In der Raumgestaltung spielt Weiß heutzutage eine tragende Rolle, denn durch diese Farbe werden andere neutralisiert, aufgehellt oder belebt. Viele richten ihre Zimmer komplett in Weiß ein, um sich in den eigenen vier Wänden von der großen bunten Welt zu erholen.

Diese Farbe spielt sich nämlich nicht in den Vordergrund und ist daher gut für das Schlafzimmer oder für Entspannungsräume geeignet. 

Blau

Blau ist eine kühle Farbe, die raumerweiternd und beständig wirkt, denn sie wird mit dem Himmel und dem Meer verbunden. Die Farbe steht für Harmonie, Treue, Ruhe, Entspannung und Ausgeglichenheit. Für kleine Räume ist daher ein helles Blau eine sehr gute Wahl, wie zum Beispiel für ein kleines Klo oder Badezimmer, denn sie wirken fern und leicht und weiten den Raum. Aber auch für Schlafzimmer, oder Räume für Entspannung ist die Farbe Blau eine gute Wahl, da sie beruhigend und zurückhaltend wirkt, Ruhe erzeugt und Konzentration fördert. Dunkle Blautöne wirken kompakt und geben Halt. Interessant ist auch, dass Räume, die in Blau ausgemalt sind, immer um ein paar Grade kühler empfunden werden. Als Deckenfarbe lässt Blau uns schön träumen.

Gelb

Die Farbe Gelb wird mit der Sonne und Licht assoziiert und vermittelt ein Gefühl der Leichtigkeit und Heiterkeit. In einem Raum hat Gelb eine strahlende, öffnende Wirkung und ist ideal für Räume mit wenig Tageslicht, wie nördlich ausgerichtete Räume, oder Badezimmer ohne Fenster. Die Farbe Gelb wirkt anregend, belebend und macht Lust auf Sex. Weiters fördert diese Farbe die Konzentration, das Gespräch, den Lerneifer und wirkt sich positiv auf unser Gedächtnis aus. Sie kann wunderbar mit dunklen Farben kombiniert werden. Diese Farbe ist ideal für Diskussions- und Besprechungsräume und in Räumen von jungen Menschen.

Doch Gelb ist nicht gleich Gelb: enthält die Farbe mehr Grüntöne, so wirkt sie eher frisch und grell, mit einem Überschuß an Rotanteilen sonnig und warm.

ExtraTipp: Streichen Sie doch einmal die Decke in Gelb, die meisten empfinden gelbe Decken heller und strahlender als weiße.

Orange

Orange ist eine energiegeladene, lebensbejahende Farbe, die meist als warm, optimistisch und auch laut empfunden werden kann. Werden Räume in der Farbe ausgemalt, so vermitteln diese Dynamik und Aktivität, wirken stimulierend, warm und gemütlich. Orange ist eine freundliche und „soziale“ Farbe. Malen Sie doch mal eine Wand im Büro oder im Trainingsraum in Orange aus. Weiters macht Orange Appetit und fördert die Geselligkeit und ist auch ideal für Küche oder Esszimmer oder für Nordzimmer mit wenig Licht. Wird eine Decke in Orange ausgemalt, macht diese den Raum niedriger, wirkt aber stark anregend.

ExtraTipp: Orange nicht zuviel mit Weiß aufhellen, es verliert seine ganze Leuchtkraft.

Grün

Diese Farbe steht für Natur und Frische, schenkt uns Kreativität und Regeneration. Grün in einer Wohnung sorgt für Ruhe, Ausgleich, Sicherheit und Geborgenheit. Dieser Farbton weckt die Lust auf Neues und gilt als Quell der Kreativität. Ein Raum mit grüner Wandfarbe wirkt vitalisierend und erholsam.

Die Farbe Grün kann weder als kalte oder warme Farbe bezeichnet werden. Hier kommt es sehr auf den Farbton an, denn je nach dem, kann Grün frisch oder belebend (hoher Gelbanteil) oder beruhigend und kühl (hoher Blautanteil) wirken. Somit wirkt nur ein sehr helles Grün beruhigend und empfiehlt sich für die Gestaltung von Wohn- und Arbeitsbereichen, die Ruhe ausstrahlen und zu geistiger Tätigkeit oder Kreativität anregen sollen.

Ein helles und frisches Grün, sollte in keiner Wohnung fehlen, egal ob als Wandfarbe, Accessoire oder als Pflanzen. Ein Raum mt grüner Wandfarbe wirkt wie wenn man von einer Hecke umgeben wird, als Deckenfarbe wirkt sie hegend und deckend.

Türkis und Blaugrün

Türkis und Blaugrün ist die gemässigte Stimmung von Grün und Blau. Diese Farben wirken festigend, komprimierend und sind bestimmender als die Farbe Blau. Türkis erzeugt kühle Distanz und bewirkt ein kühles, aber persönliches Raumklima.

Rot

Rot ist die Farbe der Liebe und steht für Leidenschaft und auch für Macht. Sie wirkt aktiv und feurig, aber auch aggressiv und engt Räume optisch ein. Diese Farbe regt psychisch und physisch an, und fördert körperliche Bewegung und Arbeit. Sie fördert die Durchblutung des Körpers, regt den Stoffwechsel an und macht Lust auf Sex und stimmt glücklich. Rot wirkt wie Orange appetitanregend und können somit auch in Esszimmer und Küche angetroffen werden. Hat man das Problem, dass man zuviel Gewicht hat, dann lieber Blau oder Grün in der Küche bevorzugen.

Für Räume in denen man zur Ruhe kommen will, sollte man nicht Rot als die dominierende Farbe wählen, denn hier ist sie ungeeignet. Da Rot als warm empfunden wird, ist sie ideal für kühle Räume um hier Heizkosten zu sparen.

Je nach Farbzusammensetzung und Intensität wird es leidenschaftlich, auffordernd oder schwer und materiell. Rote Räume oder rote Farbakzente sind ganz klar ein Blickfang, nur aufpassen mit zuviel Rot – dies kann auch aggressiv, beunruhigend und bedrängend wirken. Größere Flächen nur vorsichtig in Rot ausmalen, eher Farbakzente, wie nur eine Wand als Hingucker ausmalen. Abzuraten ist von einer roten Deckenfarbe, diese wirkt schwer und beunruhigend.

Purpur und Violett

Violett ist eine wunderbar mystische Farbe der Magie, die einem Raum etwas geheimnisvolles und zwiespältiges verleihen kann. Je nachdem wie intensiv das Lila gewählt wird, kann der Raum auch zart und blumig oder kühl und melancholisch auftreten. Weiters verleiht diese Farbe Räumen eine feierliche Stimmung, somit eignet sie sich hervorragend für Empfangsräume. In Wohnräumen kann diese Farbe auf Dauer eine zu sakrale Stimmung erzeugen, denn violett macht passiv und wirkt beruhigend. Violett zügelt den Appetit und die Lust auf Sex, somit in Küche, Ess- und Schlafzimmer behutsam damit umgehen.

Diese Farbe ist ein wahrer Zauberer: sie kann den Räumen Tiefe verleihen, oder sie optisch verkleinern. Doch komplett in Violett ausgemalte Räume können die Stimmung drücken, sowie als Deckenfarbe wirkt Lila bedrückend.

Rosa

Rosa wird als typische Mädchenfarbe verbunden, und daher als weiblich, süßlich und unschuldig wahrgenommen. Es vermittelt ein Gefühl der Leichtigkeit und Weite und bringt Sanftmut in das Zimmer. Diese Farbe baut Aggressionen ab und macht empfänglich für die Stimmungen von anderen Menschen. Diese Farbe ist eine romantische Farbe und harmoniert wunderbar mit weißen Möbeln und Accessoires. Experten sind sich einig, dass Rosa für das Schlafzimmer die beste Wahl ist. Doch Achtung mit zu dunklen Rosatönen: ein kräftiges Pink erdrückt den Raum und ist daher eher nur für Farbakzente, wie die Bemalung von nur einer Wand zu wählen. Als Deckenfarbe wirkt Rosa durchscheinend.

Braun, Ocker, Siena

Die Farbe Braun ist eine warme, passive Farbe und wird der Erde zugeordnet. Sie schafft eine wunderbar ruhige Atmosphäre und gibt dem Bewohner ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Braun als Raumfarbe strahlt Gemütlichkeit aus, und gibt dem Zimmer einen natürlichen, rustikalen Charakter. Diese Töne wärmen und dämpfen, wirken beruhigend und ausgleichend. Diese Farben können Sie fast überall in der Wohnung einsetzen. Helle Brauntöne als Wandfarbe wirken leicht belebend, als Deckenfarbe zudeckend. Dunklere Töne wirken als Wandfarbe fest und kompakt und als Deckenfarbe drückend und schwer.

Gold

Die Farbe Gold ist eine strahlende Farbe, die man als üppig und klassisch empfindet. Goldene Accessoires geben einem Zimmer das gewisse Etwas.

Silber

Silber ist eine kühle und moderne Farbe und wirkt sehr metallisch.

Schwarz

Schwarz ist eine der Nichtfarben, die sich wunderbar als Kombinationsfarbe eignet. Allerdings wirkt Schwarz als Wandfarbe umkehrend und zuviel schwarz wird als düster und schwer empfunden. Ganz abzuraten ist von einer schwarzen Decke, denn diese wirkt lastend und begrabend.

Farbkombinationen

Helle und neutrale Wandfarben vertragen sich ausgezeichnet mit glamourösen Raumdetails wie Deko-Zierleisten, Stuck oder extravaganten Möbeln. Mutige sollten es wagen und einen Raum in dunkler Wandfarbe ausmalen. Sie werden sich wundern, wie sich dieses Zimmer verwandeln kann. Richtig eingesetzt wirken dunkle Farben dramatisch und anziehend und verwandeln unscheinbare Räume in ausdrucksstarke Räume. Jetzt können Sie wählen, ob Sie lieber Boden, Wände und Decke mit verwandten Farben streichen, so dass die Konturen des Raums verschwimmen, oder Kontraste setzen, in dem Sie Kontrastfarben für Leisten und Accessoires wählen. Wenn Sie Akzente setzen wollen, müssen sich die Accessoires deutlich von der dunklen Wandfarbe abheben, nur so werden sie ein Highlight.

Trauen Sie sich trotz all der Infos nicht, die ganze Wand in einer Farbe zu streichen, dann varriieren Sie doch mal den Tonwert Ihrer Wandfarbe oder verzieren Sie eine weiße Wand mit einem Wandtattoo oder einer Bordüre.

Meine persönlichen Erfahrungen

Wir haben bis jetzt noch jeden Raum in einer Farbe ausgemalt, ich persönlich finde es viel fröhlicher und verleiht den Räumen einen Charakter. Besonders stolz bin ich auf unser Arbeitszimmer, denn wir waren mutig und haben diesen Raum in Dunkelgrau mit weißer Decke ausgemalt. Beim Ausmalen kann ich mich erinnern, dass ich ein paar Zweifel hatte, ob das wirklich eine gute Idee war, aber als dann die strahlend weißen Möbel, die roten Accessoires und die bunten Bücher in den Raum einflossen, ist dieser Raum zu meinem absoluten Lieblingsraum geworden. Auch unser Wohnzimmer, welches wir zwei-färbig in Terracotta und einem warmen Gelbton gestrichen haben, ist ein gemütliches Zimmer geworden.

Schwierig fand ich die Auswahl der Wandfarbe für das Kinderzimmer. Denn in diesem Zimmer werden viele Aktivitäten vereint, die nicht immer zusammenpassen. In diesem Zimmer, soll kreativ gespielt und später auch gelernt werden, aber abends sollen unsere Kinder hier die notwendige Ruhe finden. Wir haben uns dann für einen satten Gelbton entschieden, da die Kinder tagsüber hier lernen und spielen sollen. Abends verwandeln wir die Zimmer mit schummriger Beleuchtung und dunklen Rollo in eine gemütliche Schlafhöhle. Nur meine Lieblingsfarbe Violett konnte ich noch in keinem Raum einbauen, aber wir sind ja mit dem Ausmalen noch lange nicht fertig.

Foto von Sabine, meinhaushalt.at

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