Das letzte Trimester der Schwangerschaft ist angebrochen. Bevor Eltern ihren Nachwuchs das erste Mal in die Arme schließen können, gibt es einiges zu erledigen. Mit der richtigen Vorbereitung kann die Entbindung sanfter und stressfreier verlaufen. Zudem haben die Familien nach der Geburt mehr Zeit sich kennenzulernen. Was sollten also werdende Mamas und Papas am Ende der Schwangerschaft unbedingt erledigen?

Hebammen-Tipps für eine leichtere Geburt beachten

Frauenheilkunde gibt es seit Menschengedenken. Im Laufe der Jahrtausende sammelten Geburtshelferinnen ihre Erfahrungen und ihr geballtes Wissen. Selbst heutzutage helfen diese Kenntnisse Schwangeren in Vorbereitung auf die Entbindung.

Eine Koryphäe unter den deutschen Hebammen ist Ingeborg Stadelmann. In ihrem Buch “Die Hebammensprechstunde” verrät sie zahlreiche Tipps für eine sanftere Geburt.

Heublumen Dampfsitzbad

Eine lockere Beckenbodenmuskulatur unterstützt den Entbindungsvorgang ungemein. Um das Gewebe möglichst geschmeidig zu halten, helfen Dampfsitzbäder mit Heublumen. Die Kräuter gibt es in der Apotheke. Es ist wichtig, beim Kauf auf eine hohe Qualität und biologischen Anbau zu achten.

Das Dampfsitzbad kann Wehen fördern und sollte deshalb erst ab der 38. Schwangerschaftswoche angewandt werden. Dafür werden die Heublumen mit heißem Wasser aufgebrüht. Idealerweise wird der Topf mit der Flüssigkeit in der Toilette fixiert. Frau setzt sich darüber. Der Dampf sollte nicht zu heiß sein, um Verbrühungen zu vermeiden. Die Anwendung dauert idealerweise rund 20 Minuten und kann ein- bis zweimal wöchentlich durchgeführt werden.

Leinsamen

Geschroteter Leinsamen soll die Tätigkeit der Schleimhäute anregen, was “Babys flutschen lässt”. Zudem ist er verdauungsfördernd. Viele Schwangere leiden am Ende der Schwangerschaft an Verstopfung. Auch hier können die Samen des Flachses Abhilfe schaffen. Werdende Mütter rühren den geschroteten Leinsamen am besten unter ihr Müsli oder in den Joghurt. Idealerweise passiert das ab der 34. Schwangerschaftswoche und dann täglich.

Leinsamen besitzt einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, was für die Entwicklung des Babys wichtig ist. Denn Omega-3-Fettsäuren bilden einen entscheidenden Bestandteil des Gehirns. Gerade im letzten Trimester nimmt das Gehirn des Babys enorm an Gewicht zu – von durchschnittlich 75 g auf 400 g. Für diesen massiven Entwicklungsschritt ist die Einnahme von Leinsamen ideal.

Himbeerblättertee

Ein wichtiges Kraut bei Kinderwunsch und Schwangerschaft ist der Himbeerblättertee. Ihm wird eine entschlackende und lockernde Wirkung zugesagt. Gerade der Beckenboden der Frau soll durch das regelmäßige Trinken des Kräutertees relaxt werden. Aufgrund des wehenfördernden Effekts der Himbeerblätter darf er erst ab der 34. Schwangerschaftswoche verzehrt werden. Ist der Zeitpunkt überschritten, darf Frau gerne mehrere Tassen des Heißgetränks täglich trinken.

Dammmassage

Der Damm wird bei der Entbindung besonders stark beansprucht. Viele Frauen erleiden mehr oder weniger starke Verletzungen in der Region. Damit das Gewebe möglichst dehnbar und elastisch ist, führen Schwangere Damm-Massagen durch. Dazu gibt es spezielle Öle zu kaufen. Allerdings können Schwangere auch einfach Kokosöl verwenden. Der Startschuss für die Damm-Massage fällt ebenfalls in der 34. Woche. Danach darf drei- bis viermal pro Woche für rund zehn Minuten massiert werden. Anleitungen gibt es im Internet. Achtung: Bei Schmerzen muss die Anwendung sofort abgebrochen werden.

Akupunktur

Akupunktur ist Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Gerade in der Frauenheilkunde werden damit gute Erfolge erzielt. Deshalb absolvieren viele Hebammen eine Zusatzausbildung in diesem Bereich. Im Anschluss können sie die feinen Nadeln in bestimmte Körperstellen einstechen und so die Geburt einleiten und verkürzen. Auch bei Wassereinlagerungen und anderen Schwangerschaftsbeschwerden, die besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel zunehmen, können Frauenheilkundlerinnen mit der Technik entgegenwirken.

Geburtsvorbereitungskurs

Gerade für Erstgebärende empfiehlt sich der Besuch eines Geburtsvorbereitungskurses. Je nach Wohnort muss die Teilnahme bereits in den ersten Wochen der Schwangerschaft beantragt werden. In geburtsschwächeren Gemeinden reicht es auch noch bis zur 20. Schwangerschaftswoche. Die Veranstaltung wird in der Regel von erfahrenen Hebammen geleitet. Sie liefern wertvolle Tipps zur Entbindung und der Zeit danach.

Es handelt sich bei allen bisherigen Tipps um Anwendungen aus der Alternativmedizin. Ein Erfolg der Methoden ist nicht garantiert. Gerade bei komplizierten Schwangerschaftsverläufen sollte vor Durchführung mit dem behandelnden Arzt oder der Hebamme Rücksprache gehalten werden. Grundsätzlich besitzen natürliche Heilmittel kaum Nebenwirkungen und sind deshalb eine gute Alternative.

Organisatorisches rechtzeitig erledigen

Zu den Dingen, die man vor der Geburt unbedingt erledigen sollte, zählen unter anderem:

  • Arbeitgeber informieren: Es existiert keine gesetzliche Vorschrift, wann ein Arbeitgeber informiert werden muss. Das darf die Schwangere selbst entscheiden. Allerdings werden die gesetzlichen Bestimmungen zum Mutterschutz so lange nicht angewandt, bis der Chef über die anderen Umstände unterrichtet ist. In einigen Branchen besteht ein Beschäftigungsverbot für Schwangere. Insbesondere wenn durch die Arbeit eine Gefährdung der werdenden Mutter oder des Babys entsteht, wird die Schwangerschaft am besten möglichst frühzeitig mitgeteilt.
  • Notwendige Anträge: Sie werden optimalerweise rund 10 Wochen vor Entbindungstermin an die zuständigen Behörden gesendet. Dazu gehören Formulare wie die Anträge für Wochen- und Kinderbetreuungsgeld sowie ggf. Für Familienbeihilfe.
  • Wichtigen Anschaffungen für das Kinderzimmer sowie die Erstausstattung: Das schließt unter anderem Utensilien zum Wickeln, Füttern, Stillen, Schlafen, Anziehen, Spazierengehen und Autofahren ein.
  • Kliniktasche packen: Spätestens ab der 36. Schwangerschaftswoche werden alle wichtigen Utensilien für den Krankenhausaufenthalt eingepackt. Neben Kleidung, Hygieneartikeln, Unterhaltung und Snacks gehören unbedingt auch Mutterpass, Krankenversicherungskarte, Ausweis, Geburts- und ggf. Heiratsurkunde in das Gepäckstück.
  • Geburt anmelden: Etwa um die 30. Schwangerschaftswoche sollte die Geburt in der Klinik angemeldet werden. Der Weg ins Krankenhaus wird am besten auch mehrfach geübt.
  • Vorräte anlegen: Damit sich die Eltern nach der Entbindung voll und ganz auf den Nachwuchs konzentrieren können, sind der Eisschrank sowie die Vorratskammer am besten reich gefüllt. Wichtig ist, dass die frisch gebackene Mutter sich hochwertig ernährt. Regionale und saisonale Produkte aus biologischem Anbau eignen sich dafür besonders gut.
  • Versorgung der Geschwisterkinder regeln: Papas, Omas, Nachbarn, Onkeln, Tanten und Freunde dürfen gerne für die Betreuung eingespannt werden, damit auch das ältere Geschwisterchen eine schöne und aufregende Zeit hat. Die Schwangere kann bei der Entbindung und in der Zeit bis zur Entlassung nur entspannen, wenn sie ihre anderen Kinder gut versorgt weiß.

Die Bekanntgabe der Geburt richtig vorbereiten

Ist der Nachwuchs endlich da, will am liebsten die ganze Welt direkt davon erfahren. Damit die Eltern in ihrer Aufregung niemanden vergessen, legen sie am besten vor der Entbindung eine Liste mit allen Menschen aus ihrem Umfeld an. Dazu notieren sie die Telefonnummern und Adressen.

Die nächsten Angehörigen, meistens die Großeltern, werden häufig als Erstes informiert. Das passiert in der Regel per Anruf aus dem Krankenhaus. Freunde, andere Verwandte und Bekannte freuen sich über eine kurze Mitteilung via WhatsApp. Dazu gibt es herzige Sprüche, die am besten ebenfalls schon im Vorfeld herausgesucht werden. Beispiele gefällig?

  • Wenn aus Liebe Leben wird, bekommt das Glück einen Namen: Name, Geburtsdatum, Größe, Gewicht.
  • Ein bisschen Mama, ein bisschen Papa und ganz viel Wunder: Name, Geburtsdatum, Größe, Gewicht.
  • Es gibt Wunder, die auch in ihrer Wiederholung nichts an ihrem Zauber verlieren: Name, Geburtsdatum, Größe, Gewicht.

Eine schöne Möglichkeit das Umfeld zu unterrichten ist eine selbst gestaltete Geburtskarte. Diese wird an alle Gratulanten und wichtigen Menschen versendet. Viele Familien informieren auch den Frauenarzt und Geburtsvorbereitungskurs mit einer Karte über den Nachwuchs. Experten, wie die Designer von Meine Kartenmanufaktur, setzen bei Geburtskarten auf Modelle mit Bildern des Babys. So sieht das Umfeld den süßen Nachwuchs direkt und erhält gleichzeitig eine zauberhafte Erinnerung. Selbst, wenn Omas, Tanten und Freunde bereits per Kurznachricht von der Geburt unterrichtet wurden, bekommen sie zusätzlich eine Karte.

Eltern suchen sich am besten bereits vor der Entbindung ein Kartenmodell und den passenden Spruch aus. Die Liste mit Empfängern wird ebenfalls vollständig angelegt. Sogar die Briefkuverts können bereits beschriftet und frankiert werden. Je mehr Aufgaben vor der Geburt erledigt sind, desto entspannter ist die Zeit danach.

Hochoffiziell erfolgt die Verkündung der Niederkunft mit einer Annonce. Regionale und überregionale Tageszeitungen offerieren dafür eine Rubrik in ihren Kleinanzeigen. Damit die Annonce aus der Masse heraussticht, können teilweise Grafiken oder Bilder eingefügt werden. Zu Gestaltungsoptionen und Preisen fragen die Eltern am besten vor der Entbindung bei der gewünschten Redaktion an.

Ist alles erledigt, bleibt noch Zeit für das Wichtigste – die Erholung. Bevor ein Baby im Haus ist, sollten sich die werdenden Eltern so viel wie möglich entspannen und ausruhen. Zwischendurch ist leichte Bewegung wie Schwimmen oder Spazierengehen angesagt. So gehen sie gesund und relaxt in die Geburt.