Informationen über Wildkräuter

Aug 11, 2015 von


Wildkräuter sind ein wunderbarer Schatz der alternativen Heilkunde, denn die Kräuter sind vitaminreich und wirksam. Nur leider gerät dieses Wissen immer mehr in Vergessenheit. Früher war das Sammeln und verarbeiten der Wildkräuter ein fixer Bestandteil im Haushalt.

Informationen über Wildkräuter

Wichtig ist, sich genau darüber zu informieren, wie die Pflanzen aussehen und wo sie wachsen können. Entweder ganz genau im Internet recherchieren oder ein Pflanzenbestimmungsbuch zulegen. Am besten ist es, die Pflanzen dort zu pflücken, wo sie in großen Mengen auftreten. Ganz wichtig: Nie die ganze Pflanze ausreißen, sondern nur die Blätter und die Blüten sammeln. Keine Pflanzen neben stark befahrenen Straßen, gedüngten Feldern oder bei Mülldeponien verwenden. Nimm Dir für das Sammeln genügend Zeit und genieße es mit allen Sinnen.

Brennessel

Wildkräuter - BrennnesselSaison: März bis Oktober

Vorkommen: wächst häufig auf nährstoffreichen, auch feuchten Standorten wie in Auenwälder, am Ufer, Wegränder oder Schuttplätzen. Sie zeigt eine hohe Stickstoffversorgung des Bodens an.

Verwendete Teile: Samen, Blätter blühendes Kraut

Extra-Info: Beim Pflücken unbedingt Handschuhe verwenden, da das Nesselgift einen Juckreiz verursacht, der bis zu 36 Stunden anhalten kann! Die jungen Blätter sind von März bis Mai am Besten, denn sie sind zarter und können auch getrocknet werden.

Geschmack: herb-frisch, säuerlich, fein würzig

Heilwirkung: regt den gesamten Stoffwechsel an, ist harntreibend, blutreinigend, hilft bei Verdauungsstörungen, stärkt die Nieren, enthält viel Eisen und Magnesium, unterstützt das Immunsystem, hilft gegen Erschöpfungszustände und Müdigkeit.

Anleitung Tee: Blätter mit heißem Wasser übergießen – das zerstört die Brennhaare.

  • 2 TL getrocknetes Kraut
  • mit 1/4 l kochendem Wasser aufgießen
  • 5 Minuten ziehen lassen

Brennesselkur: 4 Wochen vor dem Frühstück eine Tasse trinken, im Laufe des Tages noch 2 weitere Tassen.

Anwendung in der Küche: Brennnesselspinat, Brennnesselsuppe, für Gemüse und Aufläufe

Löwenzahn

LöwenzahnSaison: März bis September

Vorkommen: Löwenzahn ist fast überall zu finden, vor allem auf nährstoffreichen Wiesen

Verwendete Teile: junge Blätter, junge Knospen, Wurzel

Extra-Info: Die Blätter sollten nur von jungen Pflanzen gesammelt werden, die noch keine Blütenstängel entwickelt haben. Auf keinen Fall den Stängel verwenden, denn dieser enthält Milchsaft und verursacht Übelkeit und andere Vergiftungssysmptome.

Geschmack: zart bitter, säuerlich

Heilwirkung: blutreinigend, stärkt Leber und Galle, harntreibend, verdauungsfördernd, entschlackt und wirkt entgiftend

Anleitung Tee:

Getrockneter Löwenzahntee

  • 1 TL getrockneter Blätter mit
  • 1 Tasse Wasser einmal aufkochen lassen
  • 15 Minuten ziehen lassen

Frischer Löwenzahntee:

  • 4 Tassen kochendes Wasser über
  • 1 Tasse frischer Löwenzahnblätter gießen
  • 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und über den Tag verteilt trinken

Frühjahrskur: 4-8 Wochen morgens und abends 1 Tasse Tee trinken.

Anwendung in der Küche: Junge Blätter für Salat, Blütenknospen ohne den bitteren Stängel schmecken zart nach Pilzen und werden in Butter gedünstet oder knusprig gebraten

Gänseblümchen

GänseblümchenSaison: März bis November

Vorkommen: häufig auf Wiesen, Weiden oder an Wegrändern zu finden

Verwendete Teile: Blätter und Blütenköpfe

Geschmack: mild nussig, säuerlich, herb, zartbitter

Heilwirkung: entzündungshemmend, blutreinigend, schleimlösend, regt den Stoffwechsel und die Verdauung an

Anleitung Tee: 

  • 10 Blütenköpfe und Blätter mit
  • 1/2 Liter kochendem Wasser übergießen,
  • 10 Minuten ziehen lassen
  • Pro Tag 4 Tassen trinken

Anwendung in der Küche: junge Blätter und Blütenköpfe roh im Salat oder gekocht in Suppen oder Smoothies

Vogelmiere

VogelmiereSaison: ganzjährig

Vorkommen: in kückigen Unkrauftfluren, in Gärten, auf Äckern oder Weinbergen, an Wegen, Schuttplätzen oder an Ufern. Sie bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Böden, die auch im Schatten liegen dürfen.

Verwendete Teile: Blätter und Blütenköpfchen

Geschmack: fein würzig, mild, wie junger Mais

Heilwirkung: regt den Stoffwechsel an, verdauungsfördernd, hilft gegen Verstopfung und gegen Blähungen, liefert Mineralstoffe (Eisen, Kalium, Calcium, Magnesium, sowie Vitamin C und Provitamin A)

Extra-Info: Bereits 150 g Vogelmiere liefert den gesamten Tagesbedarf an Kalium, Eisen, Calcium, Magnesium sowie Vitamin C und Provitamin A. Am besten im Frühjahr genießen, denn sie hilft Atemwege, Nieren und Haut nach dem Winter zu reinigen.

Anwendung in der Küche: Salat, Smoothies und Suppen

Schafgarbe

SchafgarbeSaison: März bis September

Vorkommen: auf trockenen Wiesen, Weiden, an Wegrändern und auf Halbtrockenrasen

Verwendete Teile: Medizin: ganzes Kraut, Küche: die zarten Blätter

Extra-Info: Achtung bei Allergien gegen Schafgarbe oder andere Korbblütler

Geschmack: die jungen Blätter im Frühjahr schmecken zart bitter und aromatisch

Heilwirkung: verdauungsfördernd, harntreibend, krampflösend, wundheilend, blutstillend

Anleitung Tee: für einen Tee die blühende Pflanze verwenden, da diese ätherische Öle, wie auch Bitterstoffe enthält. Schafgarbe regt die Verdauung an.

  • 1 TL mit kochendem Wasser übergießen
  • 5 Minuten ziehen lassen
  • Mehrmals täglich trinken

Anwendung in der Küche: Suppe, Aufstriche, Salate

Gundelrebe, Gundermann

Gundermann oder GundelrebeSaison: März bis September

Vorkommen: auf feuchten, humusreichen Böden, unter Bäumen und Hecken oder auch im Rasen zu finden. An sonnigen Stellen sind die Blätter kleiner und oft rötlich-braun gefärbt.

Verwendete Teile: Blätter und lila Blütenköpfe

Extra-Info: in Blühphase ernten und trocknen lassen. Die Gundelrebe galt früher als Verkörperung der guten Hausgeister, welche den Menschen in schlechten Zeiten ihre Hilfe anbieten. Bei Verzehr sollte es daher auch vor schlechten Einflüssen schützen, zehrende Krankheiten heilen und Kraft für Gesundheit  bringen.

Geschmack: leicht herb, aromatisch

Heilwirkung: enzündungshemmend, harntreibend, schleimlösend, fördert den Stoffwechsel, entgiftet, leitet Schwermetalle aus, wirkt antibakteriell, regt das Immunsystem an

Anleitung Tee: 1 TL mit kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen, mehrmals täglich trinken

Anwendung in der Küche: Suppen, Salate, zu Aufstrichen, Smoothies und Bowlen

Gemeiner Beifuß

BeifussSaison: Blütezeit von Juli bis September, Fruchtreife ab September bis Oktober

Vorkommen: wächst an Straßen- und Wegrändern, auf Gebüschsäumen und Schuttplätzen

Verwendete Teile: Blätter, Blütenknospen

Extra-Info: Früher sehr beliebte Heil- und Gewürzpflanze und wurde in geweihte Kräutersträuße gesteckt. Typischer Bestandteil bei Kräuterlikören und Magenbittter. Solange die Blütenkörbchen noch geschlossen sind, die obere Triebspitze abschneiden und ernten. Sobald sich die Blütenkörbchen nämlich öffnen werden die Blätter bitter und können nicht mehr zum würzen verwendet werden.

Geschmack: zart bitter

Heilwirkung: bei Verdauungsproblemen und Appetitlosigkeit, bei Harnstauungen und zur Behandlung von Frauenkrankheiten

Anwendung Küche: für Brot, Brotaufstrich, pikante Füllungen, Getränke (Magenbitter, Kräuterliköre)

Beinwell

BeinwellSaison: Mai bis September

Vorkommen: in nährstoffreichen, feuchten Staudenfluren, an Ufern von Gewässern, in Feuchtwiesen, Bruch- und Auenwäldern

Verwendete Teile: junge Triebe und Blätter (April bis August), die Wurzeln von Herbst bis Frühjahr

Extra-Info: eine der ältesten, traditionellen Pflanzen der Volksheilkunde, in hohen Dosen wirkt Beinwell giftig, leberschädigend und krebsauslösend. Der Wurzelstock wurde in Form von Umschlägen bei schlecht heilenden Wunden verwendet.

Geschmack: Blätter schmecken gurkenähnlich, sind schleimig und klebrig

Heilwirkung: unterstützt Wundheilung (sogar bei Beinbrüchen) und Gewebeneubildung, wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und abschwellend, hustenbekämpfend und narbenbildend

Anwendung Küche: in Maßen für Salat, Gemüse oder Aufläufe

Giersch

GierschSaison: April bis Juli, Blütezeit Juni bis Juli

Vorkommen: überall auf frischen, nährstoffreichen Böden, schattig-feuchten Gebüschen und Wäldern, Gärten

Verwendete Teile: Blätter

Extra-Info: Giersch ist eines der ältesten Wildgemüse, ist vitamin- und mineralstoffreich. Er enthält viel Vitamin C, Kalium, Karotin und Eisen. Bei Wanderungen hilft das zerquetschte Kraut gegen Insektenstiche.

Geschmack: wie Petersilie, gekocht eher wie Spinat, leicht bitter, aromatisch

Heilwirkung: entzündungshemmend, harntreibend, hilft bei Gicht- und Rheumabeschwerden, krampflösend, entgiftend und blutreinigend

Anleitung Tee:

  • 2 EL Blätter mit 250 ml heißem Wasser übergießen
  • 5 Minuten ziehen lassen

Anwendung Küche: junge Blätter für Salate, Gemüse, Suppen, Aufläufe, Brote und Getränke

Spitzwegerich

SpitzwegerichSaison: April bis September

Vorkommen: auf Wiesen und Weiden, an Wegrändern

Verwendete Teile: Blätter, Blütenstände

Extra-Info: wird schon seit Jahrhunderten zur Stärkung der Atemwege verwendet, sowie zur Auswurfförderung, bei Geschwüren im Bereich des Mundes und als Mittel zur primären Wundversorgung.

Geschmack: salzig, schleimig, etwas bitter

Heilwirkung: bei Atemwegserkrankungen, Wundheilung, reizmildernd, leicht hustenlösend, die zerquetschten Blätter lindern Juckreiz

Anleitung Tee:

  • 2-4 g der geschnittenen Spitzwegerichblätter mit
  • siedendem Wasser übergiessen,
  • 10 Minuten ziehen lassen

Anwendung Küche: junge Blätter und Blütenstände für Suppen, Salat, Gemüse, Eingelegtes, Aufläufe

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