Kräuter sind etwas herrliches. Sie verleihen den meisten Gerichten die besondere Note und sind nebenbei noch sehr gesund.

Leider ist es sehr unpraktisch, wenn man für jedes Gericht, dass man kochen möchte, die richtigen Kräuter frisch kaufen muß. Es gibt in vielen Supermärkten frische Kräuter in kleineren Mengen, doch diese halten leider immer nur bedingt und sind auf Dauer auch nicht so billig.

So ist es naheliegend, dass man alle Kräuter gleich zuhause anpflanzt oder fertig im Topf kauft.

Doch wie schafft man es, dass diese auch zuhause auf der Fensterbank gedeihen? Hier ein paar Tipps und Informationen zu den gängigsten Kräutern:

Schnittlauch mag es hell

  • Schnittlauch - KräuterPflege: Schnittlauch mag es auch lieber hell und sonnig, eventuell noch halbschattig. Er muß auch gut gegossen werden, am besten mit lauwarmen Wasser. Damit auch immer wieder viel nachwächst, immer wieder nachschneiden und nach jedem Schnitt regelmäßig düngen. Schnittlauch ist mehrjährig und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 50 cm. Im Topf sollte es eine sonnige Fensterbank oder am Balkon sein.
  • Geschmack: Der Geschmack ist ähnlich der Zwiebel und dem Lauch, allerdings schmeckt Schnittlauch eine Note kräftiger und würziger.
  • Küche: besonders lecker in Eiergerichten, Suppen, Saucen, Eintöpfen oder in Salaten. Weiters kann damit ein Butterbrot geschmacklich verbessert werden, Eiergerichte (Omelett, Spiegelei, Eiersalat oder Rührei), Frischblattsalate, Sour Cream, Kräuterdips, Kräutertopfen, Mayonnaise, Kartoffelsalat, Kartoffelsuppen. Erst durch das feinschneiden kommen die ätherischen Öle zum Vorschein und geben dem Kraut den kräftigen Geschmack. Auch die Blüten finden in der Küche Anwendung: diese schmecken ebenfalls lauchig und sind in Sommersalaten ein schöner Hingucker.
  • Tipp: schöne Dekoration für Speisen. Das Würzkraut ist empfindlich auf hohe Temperaturen und sollte nicht mitgekocht werden, lieber erst vor dem Servieren das Gericht mit dem Schnittlauch bestreuen.
  • Aufbewahrung: Schnittlauch kann sehr gut eingefroren werden, zum Trocknen ist es weniger geeignet, da es an Aroma und Geschmack und Vitaminen verliert.

ExtraTipp: Schnittlauch lässt sich ganz einfach mit einer Schere ernten.

Basilikum ist ein Südländer

  • Kräuter - BasilikumPflege: Dieser Südländer liebt die Wärme und das Licht. Somit ist ein Platz in der Sonne, südseitig ideal für ihn. Was Basilikum nicht mag ist Zugluft! Außerdem sollte man das Wasser nur in den Untersetzer gießen. Unbedingt darauf achten, dass er regelmäßig Wasser bekommt. Ist normalerweise mehrjärig, aufgrund unserer Witterung hier in Österreich nur 1 jährig und erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis 60 cm.
  • Geschmack: aromatisch würzig, leicht süßlich und etwas pfeffriger Geschmack
  • Küche: passt zu mediterranen Gerichten wie Pasta und Gemüsegerichten. Auch zu Tomaten, Zucchini und Aubergine ist es sehr schmackhaft. Ein Klassiker sind Tomaten mit Mozzarella wo unbedingt Basilikum dazugereicht werden sollte, einfach mal ausprobieren! Weiters in Saucen, zu Fischgerichten, Kräuterpestos und Salaten ist Basilikum ein geschmackliches Highlight.
  • Tipp: Den Basilikum frisch verzehren, da dessen Aromastoffe beim Kochen verloren gehen, daher erst nach dem Braten, Kochen oder Backen hinzufügen
  • Aufbewahrung: die Blätter lassen sich trocknen oder einfrieren. Einfrieren ist aber die bessere Variante, da beim Trocknen nach und nach dessen Aromastoffe verloren gehen. Eine weitere Variante ist das Einlegen in neutralem Öl, wie zum Beispiel in Olivenöl.

Petersilie liebt die Sonne und den Schatten

  • PetersiliePflege: Die Petersilie mag es gern halbschattig mit doch öfter Sonne und möchte immer feucht gehalten werden. Ideal ist eine Erde, die auch noch etwas gekalkt ist. Sie ist eine 2-jährige Pflanzenart und wird zwischen 25 und 80 cm hoch. Es gibt verschiedene Arten: Glatte Petersilie, Krause Petersilie, Wurzelpetersilie und Flachblättrige Petersilie.
  • Geschmack: Der Geschmack ist würzig, frisch, intensiv und „grün“. Die Glatte Petersilie schmeckt wesentlich kräftiger im Geschmack.
  • Küche: Sehr gut schmeckt Petersilie in Suppen, Eintöpfen und zu Kartoffeln, in Salaten (Hirtensalat oder Taboulé), als Bestandteil der Frankfurter Grünen Sauce, als Petersilienpesto, Kräuterbutter, Kräutertopfen, zu Fisch- und Fleischgerichten. Die Petersilie nicht allzu lang mitkochen, da sie dadurch das intensive Aroma und Vitamine einbußt. Am besten immer erst kurz vor dem Servieren darüber streuen oder nur ganz kurz mitkochen.
  • Tipp: schöne Dekoration für Speisen. Bei großen Pflanzen nur die Blätter verwenden, die Stiele kann man für Suppen und Fonds noch verwenden.
  • Aufbewahrung: Petersilie kann nach dem gründlichen Waschen und Abtrocknen als ganze Blätter oder schon streufähig eingefroren werden.

Rosmarin wächst in der Sonne

  • RosmarinPflege: Dieser mag es hell und sonnig und möchte viel Platz im Topf haben. Er sollte regelmäßig gegossen werden, aber Achtung, Staunässe mag er gar nicht. Seine Wuchshöhe kann bis zu 2 Metern sein, hier in Österreich werden es meist 70 bis 100 cm.
  • Geschmack: harzig, pikant, stark aromatisch – daher sparsam einsetzen, Rosmarin hat eine starke Würzkraft.
  • Küche: Passt sehr gut zur mediterranen Küche, zu Lamm, Geflügel, Schweinebraten, Kalbsfleisch, Faschiertes, Tomatensuppen und -saucen. Verfeinert auch Marinaden & Beize für Grillfleisch und -fisch. Passt gut in Salaten, Suppen, Kartoffel- und Pilzgerichten.
  • Aufbewahrung: kann sehr gut getrocknet werden. Auch in einem Öl kann Rosmarin sehr gut eingelegt werden

Estragon mag den Halbschatten

  • EstragonPflege: Dieses Gewürz mag es zwar hell, aber die direkte Sonne verträgt er nicht, da er dadurch austrocknen würde. Er sollte regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Estragon ist ein mehrjähriges Kraut und kann eine Wuchshöhe von 100 bis 150 cm erreichen.
  • Geschmack: bittersüß, feinwürzig, milde pfeffrige Schärfe
  • Küche: Mit seiner milden, gepfefferten Schärfe ist er in der französischen und italienischen Küche nicht wegzudenken. Er verfeinert helle Saucen, Suppen, Fleischbrühen, Gemüsesuppen und Kräutersoßen. Estragon wird in der berühmten Sauce Vinaigrette oder Sauce Bearnaise verwendet, sowie bei Artischocken, Spargel, Champignons, Blumenkohl, Salaten, alle Bohnen- und Rohkostgerichte. Bei folgenden Fleischgerichten, darf seine Note auch nicht fehlen: Fleischragouts, Leber, Herz, Geflügel und Geflügelfüllungen, Wildfleischgerichten sowie zum Beizen und Marinieren von Fleisch und Fisch.
  • Tipp: Estragon kann mit den Speisen mitgekocht werden, denn das Aroma wird beim Kochen nicht beeinträchtig, im Gegenteil der Geschmack wird beim Kochen sogar noch intensiver.
  • Aufbewahrung: Estragon sollte am besten frisch verwendet werden, es kann aber auch tiefgekühlt werden. Es lässt sich auch trocknen, doch hier ist mit erheblichen Qualitätseinbußen zu rechnen. Nur die Blätter, nicht die Blüten oder Zweige ernten und verwenden!

Minze sprießt am Fenster

  • MinzePflege: Dieses Gewürz mag es lieber halbschattig, also ein Fensterplatz im Nordosten würde ihm am meisten zusagen. Außerdem darauf achten, dass er es immer schön feucht hat. Hier gibt es verschiedene Sorten die Wuchshöhen von 70 bis 120 cm erreichen können, die bekannteste ist allerdings die Pfefferminze.
  • Geschmack: durch den Inhaltsstoff Menthol wirkt Minze sehr erfrischend.
  • Küche: Minze macht sich in Cocktails oder zu Süßspeisen sehr gut. Als Tee zubereitet, ist die Minze sehr bekömmlich. Aus Minze kann auch ein guter Minzsirup hergestellt werden.

Tipp: folgende Kräuter können auch als natürliche Hausmittel gegen Ameisen verwendet werden.

Thymian geht es in der Sonne gut

  • ThymianPflege: Thymian liebt auch die Sonne und braucht es sehr hell. Verträgt sehr gut die direkte Sonne. Gießen braucht man ihn nicht viel und auch nur wenig düngen. Wichtig ist, dass man die Blütenstände immer schnell entfernt. Die Wuchshöhe von Thymian kann 10 bis 40 cm erreichen.
  • Geschmack: Dieses Gewürz duftet sehr würzig und besticht durch seine milde pfeffrige,pikante Schärfe und schmeckt zugleich lieblich.
  • Küche: passt sehr gut zu fetten Schweinebraten, zu Lamm- und Hammelfleisch, zu selbstgemachten, Wild- und Geflügelgerichten, Kalbfleisch. Thymian aromatisiert: Pilz- und Tomatengerichte, und Fisch, aber auch als Tee kann er getrunken werden. Weiters passt er zu Bratkartoffeln, Kartoffelgratins, Flammkuchen, Blattsalaten oder zu in Alufolie gebackenen Schafskäse. Er harmoniert sehr gut mit Lorbeer, Muskat, Rosmarin und Salbei.
  • Tipp: Estragon hat eine vielfache Wirkung auf unsere Gesundheit, speziell auf die Atmungsorgane.
  • Ernte: Am besten werden Thymianzweige oder -blätter geerntet, wenn es sich nicht in der Blühphase befindet, denn während der Blüte verlieren die Blätter einiges an Aroma.
  • Aufbewahrung: Thymian kann getrocknet oder eingefroren werden. Hier kann beides gut verwendet werden, da beim Trocknen die Blätter ihr Aroma sogar intensivieren.

Lavendel – der Sonnenanbeter

  • LavendelPflege: Lavendel benötigt nur wenig Wasser und ist ein richtiger „Sonnenanbeter“. Daher fühlt er sich an einem Standort, an dem er der Sonne so viel wie möglich ausgesetzt ist, am wohlsten. Das Gewürz kann im Laufe der Jahre ein recht großes Strauchwerk entwickeln. Daher Lavendel sollte nach dem Blühen stark zurückgeschnitten werden. Lavendl ist mehrjährig und kann Wuchshöhen von 40 bis 70 cm erreichen. Lavendel ist nur bedingt frosttolerant, in Kübeln sollte er in der Garage oder im Keller an unbeheizten Bereichen überwintern. Im Freien sollte er mit Abdeckungen wie Mulchmaterial, Stroh, Reisig oder Laub bedeckt werden.
  • Geschmack: Das Aroma ähnelt dem des Rosmarins und ist somit teils bitter und würzig.
  • Küche: Junge, weiche Triebe verfeinern nicht nur Fisch, Geflügel und Lammfleisch, sondern geben auch  Saucen und Suppen den letzten Schliff. In geringen Mengen dosiert, verfeinert der Lavendel auch den Salat Ihrer Wahl. Schmeckt kombiniert mit Thymian oder Rosmarin sehr gut. Gerebelte oder gehackte Lavendelblätter verfeinern Käsesorten wie Ziegenkäse, Weichkäse, Gorgonzola oder Raclette-Käse. Auch deftige Cremesuppen schmecken damit noch besser. Die Dosierung immer sparsam ansetzen, da die Blätter sehr aromatisch sind. Die Blüten werden gerne für Dekorationen auf Süßspeisen verwendet: Obstalate mit Beerenfrüchten oder in Kuchen oder Trüffel sowie für Eis erhalten ein ausgezeichnetes Aroma.
  • Tipp: In der Küche immer den echten Lavendel (Lavandula angustifolia) verwenden und nicht den Schopflavendel.

Borretsch

  • Borretsch - KräuterPflege: Borretsch, auch Gurkenkraut genannt muß in tiefen und größeren Pflanzenbehältern ausgesäät werden, da das Kraut ziemlich lange Pfahlwurzeln bildet. Achtung auch bei Nachtfrösten, die Pflanze ist nicht frosttolerant und somit auch nicht winterhart. Borretsch bildet selber jede Menge Samen, so dass man jedes Jahr neuen Borretsch anpflanzen kann.
  • Geschmack: Die Blätter von Borretsch schmeckt nach frischen Salatgurken mit einer leicht säuerlichen Note. In der Küche nur frische Kräuter verwenden, da die Pflanze beim Trocknen ihr Aroma ziemlich schnell verliert.
  • Küche: Die Blätter werden häufig als Beigabe zu Gurkensalaten verwendet. Gerne wird Borretsch mit Dill gemeinsam verwendet, da die beiden sich sehr gut ergänzen. Frische Borretschblätter können auch für Topfen- oder Frischkäsezubereitungen verwendet werden. Gekocht bringt das Kraut nicht viel da es sämtliches Aroma und seine Wirkstoffe verliert. Deswegen die Blätter nur auf fertigekochte und schon abgekühlte Speisen oder Saucen verstreuen. Auch die Blüten sind essbar und können kandiert werden und damit Süßspeisen wie Muffins, Kuchen, Grießbrei oder Konfitüren garnieren. Weiters können die Blüten als Dekoration in Wildkräutersalaten oder Wildkräutersuppen oder auf Cocktails dienen.
  • Tipp: Soll Borretsch konserviert werden, nicht Trocknen sondern einlegen in Öl oder auch Essig.
  • Info: Nicht zuviel von Borretsch essen, bei langfristigem oder zu hohem und häufigen Konsum kann es zu leberschädigenden Effekten kommen.

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Bilder von Sabine & Janine, meinhaushalt.at