Für Genießer ist die Artischocke ein wahrer Hochgenuss. Das Gemüse, welches ein entfernter Verwandter der Distel ist, hat seine Heimat ursprünglich im Mittelmeerraum. Bereits 500 v. Christus war die Artischocke in Ägypten beliebt und bekannt. Doch erst im 13. Jahrhundert fand sie auch in Europa Anklang und wurde vor allem in Italien genossen und geschätzt. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts wird das wohlschmeckende Gemüse ebenso im deutschsprachigen Raum verköstigt. Hauptanbauländer sind auch noch heute die USA, Italien, Spanien sowie Argentinien und Frankreich.

Kleines Wissenslexikon – Artischocken

Artischocke im Garten anpflanzenDie Artischocke ist für unsere Breiten nicht gerade geeignet – harte Winter übersteht sie nicht ohne spezielle Maßnahmen.

Wenn es den ersten Nachtfrost gibt, muß man die Artischocken bis zum Boden zurückschneiden und dann mit einem umgestülpten Blumentopf abdecken. Auf den Topf Erde leeren bis ein kleiner Hügel entsteht und die Erde rund um den Topf glattklopfen damit Wasser abrinnen kann.

Durch diese kleine „Verpackung“ übersteht die Artischocke auch harte Winter.

Wie sieht die Artischocke aus?

Die Artischocke ist ein grünes Gemüse, das eine Wachstumshöhe von bis zu 2 Metern erreichen kann. Der wichtigste und genussvollste Teil dieser Pflanze ist die Blütenknospe. Das Aussehen der Knospe ähnelt ein wenig einer Kiefernzapfe, welche ein Gewicht von bis zu 500g erreichen kann. Als Delikatesse gelten die unteren Enden der eng anliegenden Schuppen, welche jedoch vor dem Verzehr gekocht werden müssen.

Wie schmeckt eine Artischocke?

Ist die Artischocke gekocht worden, kann es ans Verzehren gehen. Ausschließlich der untere, fleischige Teil dieses Gemüses eignet sich zum Essen. Die unteren Blätter und Härchen können nicht verspeist werden. Allerdings gibt es kleinere Artischockensorten, welche durchaus im Ganzen genossen werden dürfen.

Der Geschmack einer Artischocke lässt sich von herb bis zartbitter beschreiben. Je nach Größe muss ein Artischockenkopf ungefähr zwischen 20 bis 45 Minuten in reichlich Salzwasser gegart werden. Nach dem Kochvorgang werden die einzelnen Blätter abgezupft und der untere, essbare Teil abgelutscht.

Kleiner Tipp: besonders lecker ist die Artischocke mit einer Marinade. Besonders geeignet ist hier eine Vinaigrette aus Essig, Öl, Salz und Pfeffer sowie ein Hauch Knoblauch.

Worauf sollte man beim Kauf von Artischocken achten?

Wichtig für die Artischockenauswahl sind die Blattspitzen des Gemüses. Sie sollten nicht zu prall und fest an der Frucht liegen und sich in der Hand ebenso nicht zu schwer anfühlen. Eingewickelt in ein feuchtes Küchentuch ist die Artischocke im Kühlschrank für ein bis zwei Tage haltbar.

Wie jedes Gemüse ist die Artischocke eine wahre Vitaminbombe. Sie ist reich an B-Vitaminen, Vitamin E und Pro-Vitamin A sowie Eisen, Calcium, Magnesium und Phosphor.

Wie baue ich meine eigenen Artischocken am besten an?

Die Artischocke gehört zu der Sorte von Gemüsearten, die nicht nur für eine Saison angebaut werden, sondern sich über mehrere Jahre (idealerweise drei bis vier Jahre) halten. Obwohl sich das Gemüse eher in südlicheren Gefilden wohler fühlt, kann auch in kühleren Gegenden eine Verbreitung möglich sein.

  • Tipp 1: Artischocken lieben einen warmen Standort

Artischocken gehören zu den Tiefwurzlern, daher ist ein lockerer und nährstoffreicher Boden empfehlenswert. Idealerweise reichert man den Mutterboden mit ein wenig Humus an. Bekommt das Gemüse nun noch einen windgeschützten Platz, können die Artischocken wachsen und gedeihen.

Wie sollte man Artischocken anbauen?

Sowohl die Direktsaat als auch die Vorkultur ist bei diesem Gewächs möglich. Möchte man jedoch noch im gleichen Jahr von einer Ernte profitieren, ist eine Aussaat im Februar in einem kleinen Gewächshaus ratsam. Ideale Temperatur: 20-25°C. Gegen Ende Mai kann die Vorkultur ins freie Land ausgepflanzt werden.

Für die Direktsaat empfiehlt es sich, diese im April auszusäen. Nachteil: frische Artischocken können erst im nächsten Jahr genossen werden.

Wie sollte ich mein Gemüse pflegen?

Artischocken lieben ebenso wie alle Pflanzen Wasser. Während des Wachstums ist dieses Gemüse also reichlich zu gießen. Im September kann schließlich geerntet werden, in den Folgejahren sogar bereits im Juni oder Juli.

Vor Überwinterung braucht man allerdings keine Angst zu haben. Ein ausreichender Winterschutz in Form von Stroh, Laub und auch Stallmist (übrigens ist letzteres auch hervorragend zum Düngen geeignet) sind willkommen und ideal. Die Blätter und Triebe werden ab Oktober einfach ein paar Zentimeter über den Boden abgeschnitten. Nun wird die Pflanze locker mit etwas Erde sowie den o. g. Hilfsmitteln bedeckt. Diese Decke kann ruhig eine Dicke von ungefähr 30 Zentimeter haben und schützt die Artischocke vor einem harten Winter. Im April kann man das Gemüse schließlich wieder freilegen.

Foto von Sabine, meinhaushalt.at