Der Granatapfel, auch Paradiesapfel genannt wird seit Jahrtausenden vom Mittelmeerraum bis in den Fernen Orient, oder in Südamerika angebaut. Die Bäume erreichen ein sensationelles Alter von bis zu 200 Jahren. Granatäpfel haben von September bis Jänner Saison und werden bei uns vor allem aus der Türkei oder Spanien importiert. Reife Granatäpfel erkennt man nicht an der Farbe, denn sie können gelb-bräunlich, rosa oder dunkelrot sein. Ein reifer Granatapfel ist keine Schönheit: die sehr feste Schale liegt eng an, es sind Dellen sichtbar und darunter zeichnet sich die Struktur der Frucht ab. Die Schale ist meist ungleichmäßig gefärbt, kann Flecken, darf aber keine weichen Stellen haben. Die roten Kerne im Inneren der Frucht sind von einem weißen Fleisch umgeben, welches nicht essbar ist. Die roten Samen schmecken sehr fruchtig und eher säuerlich und sind sehr Vitamin-C haltig. Am Besten schmecken Granatapfelsamen zum Frühstück, zu Desserts oder in Salaten.

Anleitung um einen Granatapfel zu schälen

GranatapfelDen Granatapfel rund um den Blütenansatz flach einschneiden und den Deckel abheben. Wie bei einer Orange längs seitlich 5 bis 6 Mal an den Stellen einritzen, an denen innen die weißen Häutchen verlaufen. Den Granatapfel mit dem Daumen entzweien, die Kerne auslösen und alle Häutchen und Schalenteile entfernen. Ganze Granatäpfel halten im Kühlschrank für mehrere Monate, bei Zimmertemperatur wochenlang.

Wer nur einen Saft haben möchte, behandelt den Granatapfel wie eine Zitrone. Die Frucht in der Mitte durchschneiden und mittels Saftpresse auspressen.

Achtung: Bei allen Methoden gilt: Die Kerne des Granatapfels spritzen oft gerne durch die Gegend und auch der Saft tritt oft aus der Frucht aus. Am besten mittels Schürze oder älterer Kleidung ausstatten, die Flecken können aus der Kleidung leider nicht mehr entfernt werden. Auch auf die Arbeitsumgebung (Sitze!) achten und eventuell verkleiden.

Granatapfel Rezepte

Granatapfelsirup

Zutaten:

  • 5 große Granatäpfel (ca. 300 g/Granatapfel)
  • 500 ml Granatapfelsaft
  • 200 g Gelierzucker (1:1)
  • 2 Zimtstangen

Anleitung:

2 verschließbare Glasflaschen säubern, heiß ausspülen und mit je einer Zimtstange füllen. Die Granatapfelkerne auslösen und zusammen mit den 500 ml Granatapfelsaft in einem Mixer fein pürieren. Dieses Gemisch durch ein feines Sieb laufen lassen und in einem Topf auffangen. Es sollten hier ca. 1,2 Liter entstanden sein. Nun den Saft mit dem Gelierzucker langsam zum Kochen bringen, und für ca. 15 Minuten leicht köcheln lassen. Den entstandenen Schaum immer wieder mit einer Schöpfkelle wegnehmen. Den heißen Sirup in die Flaschen füllen und sofort gut verschließen.

Haltbarkeit: Der Sirup muß gut verschlossen und dunkel gelagert werden. Ist der Sirup einmal geöffnet, hält er noch gute 2 Wochen gekühlt im Kühlschrank.

Verwendung: Der Sirup schmeckt sehr gut gespritzt mit Soda, zu Salatdressings, für orientalische Salate, oder statt Honig in Senfdressings, zu Sorbets, zu Eis, als Süßungsmittel in Desserts, zu Pancakes, im Wildragout, im Müsli oder Joghurt, zum Käse (z.B. zu Blauschimmelkäse) im Tee oder im Punsch.

Granatapfel-Cocktail

Zutaten:

  • 2 cl Granatapfelsirup
  • 5 cl Granatapfelsaft
  • 4 cl Wodka
  • Eiswürfel
  • 2 EL Granatapfelkerne
  • 2 Minzblätter
  • ca. 200 ml Ginger Ale

Anleitung:

Granatapfelsirup, – saft und Wodka in einem Glas mischen. Das Glas mit den Eiswürfeln auffüllen, die Granatapfelkerne und Minze drauf geben und mit Ginger Ale auffüllen.

Granatapfel-Fruchtgummi

Zutaten:

  • 4 Granatäpfel
  • 100 ml Granatapfelsaft
  • 100 ml Wasser
  • 1 EL Zitronensaft
  • 60 g Kristallzucker
  • 50 g gemahlene Gelatine

Anleitung:

Die Granatapfelkerne auslösen und die Kerne mit dem Granatapfelsaft mixen. Diesen Saft durch ein feines Sieb passieren und in einem Topf auffangen. Das sollte ca. 600 ml ergeben. Den Saft mit Wasser, Zitronensaft und Zucker für ca. 5 Minuten kräftig kochen, bis sich der ganze Zucker aufgelöst hat. Die Herdplatte ausschalten und die Gelatine einrühren und auflösen lassen. Noch heiß den Fruchtgummi-Sirup in Eiswürfelformen oder ca. 1 cm hoch in eine Auflaufform gießen und im Kühlschrank für ca. 6 Stunden kühlen lassen. Danach vorsichtig aus der Form lösen. Wenn eine Auflaufform verwendet wurde, die Masse vorsichtig in kleinere Quadrate oder Rechtecke schneiden.

Haltbarkeit: Im Kühlschrank halten die Fruchtgummis verschlossen bis zu 6 Wochen

Verwendung: Zum Naschen oder als Snack zwischendurch, zu Käse, nach dem Sport oder statt andere Süßigkeiten.

Granatapfel-Parfait

Zutaten:

  • 1,5 – 2 Granatäpfel (300 g Granatapfelkerne)
  • 150 g Nougatschokolade (z.B. Toblerone)
  • 550 ml Schlagobers
  • 150 g Himbeeren
  • 1 Vanilleschote
  • 3 EL Granatapfelsirup
  • 5 Eidotter
  • 100 g Kristallzucker
  • etwas Honig
  • 8 Silikonförmchen

Anleitung:

Aus den Granatäpfeln ca. 300 g Kerne auslösen, die ganze Schokolade fein hacken und 400 ml Schlagobers steif schlagen und kalt stellen. Die Himbeeren gemeinsam mit den 200 g Granatapfelkernen pürieren und durch ein Sieb streichen. Die Vanilleschote der Länge nach aufschlitzen und das Mark herauskratzen. Vanillemark, Dotter, Siurp und Zucker in einer Metallschüssel verrühren. Anschließend über Wasserdampf mit einem Schneebesen dick-cremig schlagen. Jetzt die Schüssel in Eiswasser stellen und weiterschlagen, bis die Masse wieder abgekühlt ist. Das Fruchtpüree, 50 g Granatapfelkerne und 100 g gehackte Schokolade unter die Masse rühren, dann den steifen Schlagobers unterheben. Die Masse in 8 Silikonförmchen (Füllmenge ca. 120 ml) füllen und für mindestens 8 Stunden in den Gefrierschrank geben. Den restlichen Schlagobers (150 ml) ebenfalls steif schlagen und in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen. Parfaits aus dem Gefrierschrank nehmen und aus den Förmchen lösen. Je einen Oberskreis mit der Tülle auf einen Teller spitzen und mit den 50 g gehackter Schokolade bestreuen. Auf den Schoko-Schlagobers je ein Parfait setzen. Mit den restlichen 50 g Granatapfelkernen die Parfaits garnieren und mit etwas Honig beträufeln.

Granatapfel-Gelee mit Schokoladen-Panacotta

Zutaten:

  • 9 Blatt Gelatine
  • 2-3 Granatäpfel
  • 50 ml Granatapfelsirup
  • 200 ml roter Traubensaft
  • 8 cl Wodka
  • 170 g Zartbitterschokolade
  • 500 ml Schlagobers
  • 30 g Kristallzucker
  • 1 EL lösliches Kaffeepulver

Anleitung:

Die 5 Blatt Gelatine in etwas kaltem Wasser für ca. 10 Minuten einweichen. Aus den 2 Granatäpfeln ein paar Kerne für die Deko herausnehmen, aus dem Rest mit Hilfe einer Zitruspresse 250 ml Saft auspressen. Sind viele Stückchen drin, dann den Saft noch mal durch ein Sieb gießen. Den Granatapfelsirup in einem Topf kurz aufkochen lassen und vom Herd nehmen. Die Gelatine gut ausdrücken und im heißen Sirup auflösen. Wodka, Traubensaft und Granatapfelsaft hineingeben und gut verrühren. 4 Gläser ( Füllmenge je 300 ml) schräg in die Mulden einer Muffinbackform stellen und die Geleeflüssigkeit einfüllen. Die Gläser für ca. 1 Stunde im Kühlschrank kalt stellen. Es sollte das Gelee noch nicht ganz fest sein.

Jetzt die 4 Blatt Gelatine im kalten Wasser für ca. 10 Minuten einweichen und 150 g Schokolade fein hacken. Den Schlagobers mit Zucker aufkochen und vom Herd nehmen. Gelatine gut ausdrücken und zusammen mit dem Kaffeepulver in den heißen Schlagobers geben. Gut umrühren bis sich die Gelatine aufgelöst hat. Die gehackte Schokolade ebenfalls in den Obers geben und auflösen lassen. Das ganze auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Die Gläser aufrecht hinstellen und die Schoko-Panacotta in die Gläser einfüllen. Das ganze für ca. 4 Stunden kalt stellen, bis die Pannacotta fest ist. Die restliche Schokolade (20 g) in feine Späne hobeln. Die Gläser mit ein paar Granatäpfelkernen bestreuen und darauf noch die Schokospäne verteilen.

ExtraTipp: Wer möchte kann in die Schoko-Pannacotta noch 3 EL Baileys mischen.

Granatapfel-Rucola Salat

Zutaten für 2 Personen:

  • 80 g Rucola
  • 1 Granatapfel
  • Essig (Dattelbalsam)
  • Balsamico
  • Olivenöl
  • Käse (Pecorino)
  • Salz & Pfeffer

Anleitung:

Den Rucola waschen, die Stiele entfernen und trocken schleudern. Die Samen aus dem Granatapfel lösen und den Käse raspeln oder mit einem Hobel in Streifen hobeln. Den Balsamico mit dem Dattelbalsam verrühren, etwas Olivenöl dazugeben und die Marinade cremig rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Rucola mit den Granatapfel-Samen vermischen, die Marinade darüber gießen und mit den Käsehobeln anrichten.

ExtraTipp: Wer möchte kann statt dem Dattelbalsam auch Feigenbalsam nehmen, schmackhafte Kerne wie Pinien-, Sonnenblumen- oder Kürbiskerne passen gut dazu.

Haltbarkeit: nicht haltbar, sollte am selben Tag verbraucht werden

Verwendung: als Hauptgericht, als Beilage

Granatapfel-Zwiebel-Chutney

Zutaten: 

  • 1 Granatapfel
  • 1 kg weiße Zwiebeln
  • 50 ml neutrales Pflanzenöl
  • 100 g Kristallzucker
  • 100 ml Weißweinessig
  • 1 TL Salz
  • 2 Lorbeerblätter

Anleitung:

Die Zwiebeln schälen, sowie klein schneiden und in einem Topf mit etwas Öl für ca. 10 Minuten bei mittlerer Hitze anschwitzen lassen. Zucker, Salz, Essig und die Lorbeerblätter dazugeben und weitere 10 Minuten köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Granatapfelkerne auslösen und zu den Zwiebeln geben. Das ganze einmal kurz kräftig anbraten lassen und sofort in saubere, heiß ausgespülte Schraub- oder Rexgläser geben.

Haltbarkeit: Verschlossen, kühl und dunkel gelagert hält das Chutney für mind. 9 Monate. Einmal geöffnet sollte es innerhalb von 1 Woche verbraucht werden.

Verwendung: zur Jause, zu Wildgerichten, aufs Brot, als Snack, zu Ganslgerichten, zu orientalischen Speisen, zu Gegrilltem, in dunklen Saucen, zu geschmortem Kürbis, im Rotkraut uvm.

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